Architektur: Die spannendsten Gebäude in Saarbrücken

Architektur der Landeshauptstadt : Die spannendsten Gebäude in Saarbrücken

Schloss, Römerbrücke, Vierter Pavillon: Saarbrücken hat an moderner Architektur einiges zu bieten. Zu den interessantesten Gebäuden gehören bekannte Sehenswürdigkeiten – andere entdeckt man, wenn man durch die Landeshauptstadt flaniert.

Der Pingusson-Bau an der Stadtautobahn A 620 ist ein architektonisches Highlight in Saarbrücken. Errichtet zwischen 1951 und 1954, während der Autonomiezeit des Saarlandes, diente er fünf Jahre als französische Botschaft.

Die bröckelnde Fassade des denkmalgeschützten Pingusson-Baus. Foto: Tobias Fuchs

Die Schönheit der Westspange

Einen wunderbaren Blick auf das Bauwerk hat man von der Rampe der Westspangenbrücke. Was man dabei schnell übersieht: Auch diese Verkehrsader bietet spannende Architektur.

Die Unterseite der Westspange, ihre Treppenaufgänge – alles ist kunstvoll aus Beton modelliert. Da sollte man zwei Mal hinschauen. Brutalismus nennt man diesen Baustil der Jahrzehnte nach 1945, abgeleitet vom französischen „béton brut“ – dem rohen Beton.

Modelliert aus Beton: Die Westspangenbrücke zeigt sich Spaziergängern an der Saar von ihrer schöneren Seite. Foto: Tobias Fuchs

Schloss-Architekt mit Weltruhm

Wer sich von der Westspangenbrücke zu Fuß an der Saar entlang bewegt, in Richtung City, erlebt Architekturgeschichte im Schnelldurchlauf. Markant natürlich das Saarbrücker Schloss, jahrhundertealt, aber mit einem Mittelbau aus den 1980er Jahren. Erdacht hat ihn ein Architekt mit Weltruhm, Gottfried Böhm.

Auf dem Rodenhof ist die katholische Pfarrkirche St. Albert von Architekt Gottfried Böhm zu finden, errichtet von 1952 bis 1955. Foto: Tobias Fuchs

Böhm hat sich in Saarbrücken nicht nur am Schloss verewigt. Unweit davon, in der Talstraße, befindet sich ein weitere Arbeit von ihm: ein auffällig roter Wohnkomplex, entstanden von 1978 bis 1982. Kürzlich erinnerte die Ausstellung „Resonanzen“ im Pingusson-Bau auch an einen von Böhms frühen Sakralbauten: Die Pfarrkirche St. Albert auf dem Rodenhof.

Verspottet und gefeiert: der Vierte Pavillon

Weiter am Fluss: Lange verspottet, heute gefeiert - der Vierte Pavillon des Saarlandmuseums ist Saarbrückens berühmtestes Gebäude der Gegenwart. Darüber sollte man die „Altbauten“ des Museums nicht vergessen, die der saarländische Architekt Hans Schönecker zwischen 1965 und 1976 realisierte. Nach ihm ist heute die Gastronomie im Museumsneubau benannt.

Foto: Tobias Fuchs

Ein Highlight: Heizkraftwerk Römerbrücke

Ein Höhepunkt dieser kleinen „Architektour“ durch Saarbrücken kommt aber erst: das Heizkraftwerk Römerbrücke. Ja, richtig gelesen: Heizkraftwerk. Die Saarbrücker lieben vor allem das Farbenspiel seiner nächtlichen Beleuchtung.

Das Heizkraftwerk Römerbrücke mit dem „Fallenden Tempel“ von Edward Allington. Foto: Tobias Fuchs

Die postmoderne Industriearchitektur des Kraftwerks ist preisgekrönt, die Kunst am Bau immer wieder sehenswert. Darunter: der „Fallende Tempel“, eine Skulptur von Edward Allington, die vom Kraftwerk herabzustürzen scheint.

Kunst als Bau: Winterlandschaft am Osthafen in Saarbrücken mit der Wassermühle, einer Skulptur der Künstlerin Katharina Fritsch. Foto: Tobias Fuchs

Nur wenige Meter Luftlinie entfernt wartet ein anderes Kunstwerk, das wie ein verlassenes Bauwerk aussieht: die Wassermühle von Katharina Fritsch am Osthafen.

Es gibt noch viel mehr zu entdecken

Wer noch nicht genug gesehen hat, kann von hier aus in die Stadt spazieren, durch die Straßen flanieren, um weitere Entdeckungen zu machen – an moderner Architektur hat Saarbrücken noch einiges zu bieten. Ein paar Beispiele zeigen wir in unserer Bilderstrecke.

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Hier geht es zur Bilderstrecke: Faszinierende Architektur in Saarbrücken

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