Arbeitslose Regionalverband

Vollbeschäftigung : 30 996 Menschen suchten einen neuen Job

Agentur für Arbeit legte die Juli-Bilanz vom Arbeitsmarkt im Regionalverband vor. Die Arbeitslosenzahl stieg. Die Quote betrug 9,4 Prozent.

) Im Juli waren im Regionalverband Saarbrücken 16 073 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 847 mehr als im Juni und 497 weniger als vor einem Jahr (minus 3,0 Prozent). Die Arbeitslosenquote betrug im Juli 9,4 Prozent, das waren 0,5 Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr. Das meldete gestern die Saarbrücker Filiale der Agentur für Arbeit.

Gleichzeitig berichtete die Agentur, dass die Zahl der Arbeitsuchenden im Regionalverband im Juli um 55 auf 30 996 gesunken ist. Zu den Arbeitsuchenden gehören — gemäß Definition der Agentur — neben den Arbeitslosen (bei Arbeitsagentur und Jobcenter gemeldete Personen, einschließlich Langzeitarbeitslose), u.a. auch Personen, die kurzzeitig erkrankt sind, Personen, die mehr als geringfügig beschäftigt sind und vom Jobcenter einen Aufstockungsbetrag zum Lohn erhalten sowie Beschäftigte oder Selbstständige, die eine andere Arbeit suchen.

Jeden Monat — so erläuterte gestern die Agentur — gibt es auf dem Arbeitsmarkt Bewegung: Einerseits meldeten sich in den letzten vier Wochen 1502 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos, 477 mehr als im Vorjahresmonat. Andererseits haben 983 Personen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beendet. Das waren deutlich mehr als im Juni (plus 156 bzw. 18,9 Prozent), jedoch weniger als im Juli des Vorjahres (minus 327 bzw. 25,0 Prozent).

Die aktuelle Spitze bei den Arbeitslosenzahlen kommt aber für die Agentur nicht überraschend. Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland, erkennt darin den saisonüblichen Effekt. Haßdenteufel: „Einerseits ist der 30. Juni klassisches Befristungsdatum für Arbeitsverträge. Daher melden sich jährlich im Juli verstärkt Menschen nach einer Beschäftigung arbeitslos. Andererseits suchen viele gerade ausgebildete junge Fachkräfte einen neuen Arbeitgeber. Manche konnten nach der Ausbildung nicht von ihren Betrieben übernommen werden, andere suchen nach einer schulischen Ausbildung nun ihre erste Stelle.“

Eine gute Ausbildung schütze vor Arbeitslosigkeit, glaubt der Agenturchef und ist daher zuversichtlich, dass diese jungen Menschen rasch einen neuen Arbeitsplatz und damit zugleich ihren Platz im Berufsleben finden werden.

Haßdenteufel: „Angesichts einer ausgezeichneten Beschäftigungslage bieten sich diesen jungen Fachkräften vielfältige Möglichkeiten. Auch die Studierneigung ist nach wie vor hoch, so dürften zahlreiche Ausbildungsabsolventen weiterführende Schulen besuchen oder ein Studium beginnen.“

Arbeitslose sind entweder bei der Agentur für Arbeit gemeldet oder beim Jobcenter. Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen im Juli um 312 auf 3714 gestiegen und lag um 606 über dem Vorjahreswert (plus 19,5 Prozent). Im aktuellen Monat waren 2054 Männer arbeitslos, 116 mehr als im Juni. Bei den Frauen ist die Arbeitslosigkeit um 196 auf 1660 gestiegen. Bei den Jüngeren unter 25 Jahren waren 540 Personen gemeldet, 176 mehr als im Juni und 35 mehr als vor einem Jahr. In der Altersgruppe 50plus waren 1318 Menschen arbeitslos, elf weniger als im Juni.

Die Agentur erläutert: Beim Vergleich des Arbeitslosenbestandes mit dem Vorjahresmonat ist zu beachten, dass Menschen, die zeitgleich Arbeitslosengeld von der Agentur und vom Jobcenter beziehen, seit Beginn dieses Jahres ausschließlich im Bereich der Arbeitslosenversicherung gezählt werden und nicht mehr im Bereich der Grundsicherung.

Die Arbeitslosigkeit beim Jobcenter des Regionalverbandes ist im Juli um 535 auf 12 359 Personen gestiegen, das waren 1103 weniger Arbeitslose als vor einem Jahr (minus 8,2 Prozent). 5436 der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen waren bereits ein Jahr und länger arbeitslos. Gegenüber dem Vorjahr ist ein Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit um 15 Prozent festzustellen. Die Zahl der arbeitslosen Ausländer ist binnen Jahresfrist um fünf Prozent auf 4115 gesunken.

Die Unterbeschäftigung im Bereich der Arbeitslosenversicherung lag laut Agentur im Juli bei 4447 Personen. Das waren 14,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende lag die Unterbeschäftigung im Juli bei 19 030 Personen (minus 7,8 Prozent zum Vorjahr).

In die Unterbeschäftigung, so erläutert die Agentur, werden neben den registrierten Arbeitslosen auch die Personen einbezogen, die an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen oder aus anderen Gründen nicht als Arbeitslose gezählt werden.

Im Monat Juli waren beim Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit und beim Jobcenter im Regionalverband 2835 offene Stellen gemeldet. Dies waren 205 mehr als vor einem Jahr (plus 7,8 Prozent). Die meisten Stellen waren in der Zeitarbeit (787), im Handel (305), im Gesundheits- und Sozialwesen (287), im Verarbeitenden Gewerbe (168) und im Gastgewerbe (121) gemeldet.

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