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Angespannte Ruhe im CaritasKlinikum St. Thersia in Saarbrücken

Saarbrücken : Angespannte Ruhe im CaritasKlinikum

Das CaritasKlinikum St. Theresia auf dem Rastpfuhl hat sich darauf vorbereitet, bis zu 24 Patienten zu beatmen. Das Klinikum geht davon aus, dass der Höhepunkt der Corona-Krise noch nicht erreicht ist.

Die Krankenhäuser im Regionalverband Saarbrücken sind in Alarmbereitschaft und auf das Schlimmste vorbereitet. Dramatische Zustände hat das Coronavirus aber bislang in den Krankenhäusern noch nicht ausgelöst. Matthias Becker, der Leiter der Intensivstation im CaritasKlinikum Saarbrücken St. Theresia auf dem Rastpfuhl, spricht von einer angespannten Ruhe.

„Wir sind auf den Ernstfall vorbereitet. Nach den aktuellen Hochrechnungen haben wir den Höhepunkt der Krise noch nicht erreicht“, sagt Matthias Becker. 16 Patienten können auf der Intensivstation im Rastpfuhl-Krankenhaus versorgt und bei Bedarf auch beatmet werden. 16 Beatmungsgeräte sind vorhanden. Aktuell werden auf dem Rastpfuhl acht Patienten beatmet, einer davon ist an Corona erkrankt (diese Zahlen können sich stündlich ändern).

Bei einem Ausnahmezustand besteht auf dem Rastpfuhl die Möglichkeit, 24 Patienten gleichzeitig zu beatmen. Neben den 16 Beatmungsgeräten auf der Intensivstation würden dann weitere Beatmungsgeräte, wie beispielsweise aus den Operationssälen, hinzugenommen werden. Ein Zustand, den es zu vermeiden gilt, für den das CaritasKlinikum aber gerüstet wäre.

Wolfgang Dhonau gehört zum Caritias-Team, das zurzeit das Personal (Ärzte und Pflegende) in puncto Beatmung und Umgang mit den Beatmungsgeräten schult.

„Wichtig ist dabei, zu wissen, dass diese Schulung zur Auffrischung des bereits erlernten Wissens dient. Ärzte und Pfleger, die nie etwas mit dem Thema Beatmung zu tun hatten, können diese Fachkompetenz in der Versorgung von Intensivpatienten nur durch diese Schulung nicht erlernen“, sagt der 52-Jährige.

40 Mitarbeiter hat das CaritasKlinikum aktuell für die Beatmung geschult. Normalerweise gehört die Beatmung von Patienten zu einem eigenen Weiterbildungsblock bei der zweijährigen Fachweiterbildung für die Arbeit auf einer Intensivstation. Alleine der Block Beatmung umfasst 100 Ausbildungsstunden. Die Schulung von Wolfgang Dhonau umfasst vier Tage.

Anna Schuh arbeitet seit vier Jahren auf der Intensivstation in St. Theresia, ist mitten in der Ausbildung zur Fachkrankenschwester für Anästhesie und Intensivmedizin und nimmt an den Schulungen teil. „Es ist sehr schwer, da man sehr viele Informationen in kurzer Zeit bekommt. Ich lese zuhause viele Sachen und einschlägige Fachliteratur noch einmal durch“, berichtet die 26-Jährige.

Die Beatmung von Patienten ist ein komplexes Thema. Fehler können zum Tod führen. „Die Beatmung an sich ist ja schon ein sehr unnatürlicher Vorgang, bei dem die Patienten einen Schlauch in die Lunge gelegt bekommen. Blutgaswerte und ganz viele andere Werte der Patienten müssen regelmäßig kontrolliert werden. Der Patient wird im Prinzip ganzheitlich überwacht, und das erfordert sehr viele Kenntnisse“, sagt Matthias Becker.

Die Ärzte und Pfleger sind bestens vorbereitet und leben zudem den Corona-Schutz im Krankenhaus (Sicherheitsabstand, Schutzausrüstung) vorbildlich vor. Angst gibt es keine. „Wir haben Respekt, da wir alle wissen, wie gefährlich dieses Virus für Menschen werden kann. Aber wir haben auch Vertrauen in unsere Kenntnisse“, sagt Anna Schuh.