An der Forststraße zwischen Püttlingen und Köllerbach fehlt ein Radweg

Verkehrsplanung : Zwischen Püttlingen und Köllerbach fehlt ein Radweg

Auf der Forststraße, zwischen Püttlingen und Köllerbach, fehlt ein Radweg. Das Befahren der Strecke kann vor allem für unerfahrene Radfahrer ein Risiko darstellen.

Das sieht gefährlich aus: Vor wenigen Tagen an der Forststraße (F 423) zwischen der Püttlinger Leichtathletikanlage Breitwies und der Kreuzung Sprenger Straße im Stadtteil Köllerbach. Auf Fahrrädern quält sich dort eine vierköpfige Familie durch den dichten Straßenverkehr.  Vorneweg die Mama, dahinter der Sohn, ganz am Ende der Papa mit Radanhänger, in dem noch ein Baby sitzt. Besonders der Sohn tut sich schwer mit der Situation, wirkt doch noch sehr unsicher. Der SZ-Reporter, mit seinem Fahrrad in der Gegenrichtung unterwegs, wendet,  setzt sich hinter den Konvoi, sichert ab, indem er versetzt zur Mitte der Fahrbahn fährt.

Natürlich bildet sich eine größere Kolonne von Autos, schließlich dient die F 423 aktuell als Umfahrung der Köllertalstraße. Dies ist eine Landstraße erster Ordnung, die umfassend repariert wird, mit einer anvisierten Bauzeit von beinahe drei Jahren (die „SZ“ berichtete mehrfach).

Wie auch immer: Keiner der betroffenen Autofahrer am Fronleichnamstag auf der F 423 schimpft, bis auf eine schätzungsweise 40-jährige Frau, die ihre Seitenscheibe runterlässt und plärrt: „Dohinne iss e Radwesch!“

Stimmt nicht. Zwar wurde zwischen dem Zaun des Leichtathletikstadions und der F 423 vor Jahren ein Trampelpfad für Spaziergänger angelegt, für Fahrradfahrer (außer vielleicht für  passionierte Mountainbiker) ist dieser von Wurzeln, Steinen und Schlaglöchern übersäte Weg nicht geeignet, schon gar nicht für eine Familie mit Kindern.

Schade eigentlich, gibt es doch im Püttlinger Stadtrat seit Jahren Bemühungen, diese wichtige Lücke im, eigentlich schönen Radwegenetz (zwischen der autofreien „Römerstraße“ auf der Höhe des Köllertales) und dem, ebenfalls ruhigen „Sprenger Forst“ zu schließen.

Die „Saarbrücker Zeitung“ hat bei den im Püttlinger Stadtrat vertretenen Fraktionen nachgefragt und durch die Bank Zustimmung für den Bau einer schätzungsweise 500 Meter langen Radspur entlang der F 423 erfahren.

Aber die F 423 befindet sich zum einen in der Zuständigkeit des Landesbetriebes für Straßenbau (LfS) Neunkirchen. Sie liegt zudem auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Schwalbach; der Zaun des Stadions markiert im großen und ganzen auch die Grenze zu Püttlingen.

Unverständnis äußern die Vertreter des Püttlinger Stadtrates wie auch SZ-Leser für die Tatsache, dass der LfS vor wenigen Jahren die F 423 saniert hat, ohne gleichzeitig eine Radspur anzulegen.

Auf Nachfrage hat der LfS der „SZ“ folgende Stellungnahme übermittelt: „Bei der Instandsetzung der F 423 handelte es sich, wie der Name bereits ausdrückt, lediglich um eine Instandsetzung der Forststraße in den vorhandenen Breiten.“ Der Neubau eines Radweges sei unterdessen „mit einem Eingriff in Natur und Landschaft verbunden, der genehmigt und ausgeglichen werden muss, was die Vorlaufzeit für eine solche Planung auf mehrere Jahre erstreckt“.

Im Regionalverband Saarbrücken gebe es, neben der F 423, weitere Strecken im Straßennetz, bei denen eine vernünftige „Radverkehrsanlage“ fehle. „Exemplarisch“ nennt der LfS „die Flughafenstraße L 108 zwischen Heckendalheim und St. Ingbert oder zwischen Eschringen und Ommersheim.“ Mit der Aktualisierung des  Radverkehrsplanes Saarland beabsichtige der LfS „die Durchführung von so genannten Regionalkonferenzen, wobei auch die Stadt Püttlingen Gelegenheit erhalten wird, deren Vorstellungen einzubringen.“

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