Alexander Kunz Theatre in Saarbrücken

Kostenpflichtiger Inhalt: „Alexander Kunz Theatre“ : Akrobatik in der Luft, Artistik auf dem Teller

Das „Alexander Kunz Theatre“ ist in seine zehnte Saison gestartet. Bei der Generalprobe durften wieder Bewohner verschiedener Lebenshilfe-Einrichtungen als erste den Abend erleben.

Ein alter, gebrechlich wirkender Herr wandelt langsam durch das Spiegelpalais. Er versucht, die Sprossen einer Treppe zu erklimmen, aber rutscht ab. Zauberer Thomas Otto unterbricht seine Moderation, hilft dem vermeintlichen Gast des „Alexander Kunz Theatre“ auf ein Podest hoch und will ihm seine Brille putzen. Doch plötzlich stürzt der Herr in die Tiefe. Der verrückte Professor ist los!

Schon bei der Generalprobe der Dinnershow, die am Freitag offiziell in ihre zehnte Jubiläums-Saison gestartet ist, sorgte Wacko für viele Lacher und Jubel. Der russische Akrobat zeigt auf dem Trampolin atemberaubende Sprünge, Salti und Schrauben. Traditionell durften die Bewohner verschiedener Lebenshilfe-Einrichtungen im Saarland als erste den „Abend für alle Sinne“ erleben.

Nach einem „Quartett der sinnlichen Genüsse“, so Otto, mit Rübchen-Suppe, Tatar & Co., gibt es zum Zwischengang Kabeljau auf Risotto mit Merguez. Die scharfe Wurst bildet zum Fisch einen interessanten Kontrast. „Für Vegetarier gibt es ein Stück vom Büffel“, kündigt der Moderator grinsend das Hauptgericht an. Die stattdessen servierten Bandnudeln mit Portwein-Trüffel-Rahmsoße sind für viele Probeesser der Höhepunkt des fleischlosen Menüs. Aber auch die servierte confierte Entenkeule mit asiatischem Wokgemüse, pikanten Kürbisravioli und Szechuan-Pfeffersoße mundet den Besuchern.

Apropos: Vielleicht sollte sich Thomas Otto noch das Sprichwort „In der Kürze liegt die Würze“ beherzigen. Denn während seine sonstigen Zaubereien und magischen Spielchen das richtige Timing besitzen, gibt es bei seinen zahlreichen Interaktionen mit dem Publikum noch Längen im Programm. Doch dafür ist eine Generalprobe ja auch da.

Perfekt waren dagegen bereits die Leistungen der Artisten. Zu ihnen gehören gleich zwei vielfach ausgezeichnete Asiaten: Cai Yong, der den renommierten Zirkuspreis „Goldener Clown“ erhalten hat, präsentiert eine Handstand-Akrobatik-Nummer und dreht sich im Turbogang auf seinem Kopf. Zhang Fan begeistert auf dem schwingenden Drahtseil, auf dem er mal Handstand macht, mal mit gespreizten Beinen sitzt oder mit dem Einrad fährt.

Emma Phillips ist sogar gleich zweifach in der Dinnershow vertreten. Während ihrer so genannten Antipoden-Performance balanciert sie nicht nur immer mehr Schirme auf ihren Füßen, sondern lässt auch einen Tisch rotieren. Und später präsentiert die Neuseeländerin eine Luftnummer, wirbelt an einem Reifen hängend ihre Mähne umher.

Auch ein Besuch der „Beatles“ darf zum zehnten Jubiläum nicht fehlen. Zu deren Hit „Yesterday“ präsentiert die „Prilepin Troupe“ ihre Hand-Balance-Akrobatik. Die vier Männer schleudern und stemmen sich gegenseitig in die Höhe. Sie formen ihre Körper zu immer wieder neuen Figuren. So begeistern zwei Artisten mit einem Handstand auf den Köpfen ihrer Kollegen.

Abgerundet wird die Show traditionell von den Tänzerinnen des Theatre-Revue-Ensembles in ihren schillernden, oft wechselnden Outfits, den Pianoklängen von Kamilla Bard und Live-Gesang. Für diesen ist dieses Mal Vashti Curran zuständig. Die Engländerin setzt größtenteils auf Hits der jüngeren Chart-Geschichte, präsentiert zwischendurch aber auch Klassiker – wie „Fields of Gold“ von Sting.

Und nach dem süßen Finale des Menüs mit Pistazieneis und Schokoladenkuchen mit heißer Füllung stimmt das „Goldkehlchen“ zum Abschluss der Show „Relight my Fire“ an. Der Funke springt schon bei der Vorpremiere schnell über.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Alexander Kunz Theatre: Bilder von der Jubiläums-Show

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