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Agentur für Arbeit legt die Septemberzahlen für den Regionalverband vor

Arbeitsmarkt im Regionalverband Saarbrücken : 31 180 Menschen aus dem Regionalverband suchen Arbeit

Die Lage auf dem regionalen Arbeitsmarkt hat sich im Vergleich zum Vormonat verbessert. Beim Blick auf die Vorjahreszahlen ergibt sich ein ganz anderes Bild – vor allem bei den Langtzeitarbeitslosen.

Im Regionalverband Saarbrücken waren im September 18 785 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 729 weniger als im August. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter 2694 Arbeitslose mehr gemeldet (plus 16,7 Prozent). Die Arbeitslosenquote lag mit 10,7 Prozent um 0,4 Prozentpunkte unter dem Wert des Vormonats und um 1,5 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahres. Die Zahl der Arbeitsuchenden lag mit 31 180 um 492 unter dem Vormonats- und 2339 über dem Vorjahresniveau. Zu den Arbeitsuchenden gehören neben Arbeitslosen Menschen, die voraussichtlich nur kurzzeitig erkrankt sind, Personen, die mehr als geringfügig beschäftigt sind und vom Jobcenter einen Aufstockungsbetrag zum Lohn erhalten sowie Beschäftigte oder Selbstständige, die eine andere Arbeitsstelle suchen.

„Die Arbeitslosigkeit ist von August auf September zurückgegangen, und die Unternehmen meldeten mehr offene Stellen“, sagt Madeleine Seidel, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland. Sie ergänzt: „Dass wir den fünften Monat in Folge wieder einen höheren Zugang an gemeldeten Arbeitsstellen verzeichnen, deutet auf eine langsame Stabilisierung des Arbeitsmarktes hin.“ Positiv sei auch, dass im aktuellen Monat mehr Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer neuen Beschäftigung beendeten. Die Zahl der Abgänge in Erwerbstätigkeit liege deutlich über dem Vormonatswert und auch höher als in den Vorjahren. Insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit sei gesunken. Seidel zufolge nahmen mehr jüngere Menschen eine Ausbildung oder Beschäftigung auf. Der Wert nähere sich dem Stand der Vorjahre. Dagegen steige die Zahl der Langzeitarbeitslosen weiter.

Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 420 auf 5701 gesunken. Das waren 2040 mehr als vor einem Jahr (plus 55,7 Prozent). Bei den Jüngeren unter 25 Jahren lag die Arbeitslosigkeit bei 673, das waren 84 weniger als im Vormonat. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr ist bei den unter 25-Jährigen besonders deutlich ausgeprägt (plus 257 bzw. 61,8 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen in der Altersgruppe 50plus betrug 1983. Sie hat sich gegenüber dem Vormonat um 96 verringert. Gegenüber dem Vorjahr ist ein Anstieg um fast die Hälfte zu verzeichnen.

Beim Jobcenter im Regionalverband Saarbrücken waren im September 13 084 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 309 weniger als im August. Damit lag die Zahl der Arbeitslosen um 654 über dem Vorjahreswert (plus 5,3 Prozent). Die Zahl der arbeitslosen Jüngeren unter 25 Jahren lag im September bei 1096. Sie hat sich gegenüber dem Vormonat um eins und gegenüber dem Vorjahr um 209 verringert. 3434 Arbeitslose waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich gegenüber August um 63 verringert und gegenüber September 2019 um 246 erhöht. Weniger als die Hälfte der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen ist gleichzeitig langzeitarbeitslos, also bereits länger als ein Jahr gemeldet. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen betrug im September 6047. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Anstieg um rund ein Viertel.

Im September wurden im Regionalverband Saarbrücken mehr neue Arbeitsstellen gemeldet als noch im Monat zuvor. Die steigenden Zugangszahlen der Vormonate setzen sich fort. Auch der Bestand an gemeldeten Stellen hat sich im September weiter erhöht, wenngleich er deutlich unter dem Vorjahreswert liegt. Unternehmen der Region haben im September 883 Stellen zur Besetzung gemeldet, 220 mehr als im August und 51 mehr als vor einem Jahr. Seit Jahresbeginn wurden 5845 offene Stellen gemeldet, 1219 weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Aktuell stehen 2537 freie Jobs zur Verfügung. Der Stellenbestand liegt damit rund 15 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Seit Beginn der Corona-Krise haben insgesamt 4272 Unternehmen im Regionalverband Saarbrücken Kurzarbeit für 59 102 Beschäftigte angezeigt. Das bedeutet aber nicht, dass tatsächlich so viele Menschen in Kurzarbeit geschickt werden. Hochgerechnete Daten auf Landkreisebene zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf den Arbeitsmarkt liegen für die Monate März und April vor. Nach den aktuellsten Hochrechnungen haben im März 1784 Unternehmen der Region für 13 906 Beschäftigte Kurzarbeit genutzt. Im April waren es 2 977 Betriebe, die für 30 937 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kurzarbeit angesetzt hatten.