Agentur für Arbeit legt Arbeitsmarktstatistik für Regionalverband vor

Arbeitsmarktstatistik : 28 796 Menschen suchen Arbeit

Zahlen im Regionalverband verschlechtern sich in fast allen Kategorien. Agentur ruft zu Weiterbildung auf.

Die Agentur für Arbeit zählte im Oktober 15 962 Arbeitslose im Regionalverband, 129 weniger als im September. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter 1982 oder 14,2 Prozent mehr Arbeitslose gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag mit 9,1 Prozent um einen Prozentpunkt über dem Wert des Vorjahresmonats.

Die Zahl aller Arbeitsuchenden lag mit 28 796 um 45 unter dem Vormonats- und 108 über dem Vorjahresniveau. Zu den Arbeitssuchenden gehören neben Arbeitslosen unter anderem Menschen, die voraussichtlich nur kurz krank sind oder Menschen, die mehr als geringfügig beschäftigt sind und vom Jobcenter einen Aufstockungsbetrag zum Lohn erhalten. Überdies gehören zu den Arbeitssuchenden auch Beschäftigte oder Selbständige, die sich nach einer anderen Arbeitsstelle umschauen und dafür die Agentur eingeschaltet haben.

 Der Chef der Agentur für Arbeit Saarland, Jürgen Haßdenteufel, fordert die Firmen auf, Fortbildungsmöglichkeiten zu nutzen. „Das neue Qualifizierungschancen-Gesetz eröffnet besondere Möglichkeiten, bereits beschäftigte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für künftige Aufgabenbereiche fit zu machen.“ Das sei insbesondere wichtig wegen der voranschreitenden Digitalisierung. Ebenso gefordert sei die Eigeninitiative der Arbeitnehmer. Die Agentur unterstütze Weiterbildung finanziell.

Wie sehr die Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt gerade den Regionalverband betreffen, zeigt der Vergleich mit anderen Landkreisen. Beträgt die Arbeitslosenquote im Landkreis St. Wendel 3,2 und im Kreis Merzig-Wadern 4,2 Prozent, so liegt sie im Ballungsraum Saarbrücken bei 9,1 Prozent.

Die Agentur für Arbeit meldet für Oktober einen Anstieg der Arbeitslosenzahl um 24 auf 3685, das waren 17,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Bei den Jüngeren unter 25 Jahren sank die Arbeitslosigkeit um 27 auf 389 im Vergleich zum Vormonat. Die Zahl der Arbeitslosen in der Altersgruppe 50 plus lag bei 1387. Sie ist gegenüber dem Vorjahr um 104 gestiegen.

Beim Jobcenter im Regionalverband sank die Arbeitslosigkeit im Oktober, verglichen mit dem Septemberwert, um 153 auf 12 277. Das sind aber 13,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der arbeitslosen Jüngeren unter 25 Jahren lag im Oktober bei 1072. Sie ist gegenüber dem Vormonat um 233 gesunken und gegenüber dem Vorjahr um 174 gestiegen. 3239 Arbeitslose waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich gegenüber September um 51 und gegenüber dem Vorjahr um 357 erhöht. Rund 40 Prozent der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen sind bereits länger als ein Jahr gemeldet. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen betrug im Oktober 4894. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein geringfügiger Anstieg (plus 44).

Die Unterbeschäftigung lag im Regionalverband im Oktober mit 22 714 Personen um 1,1 Prozent über dem Vorjahresniveau. Der Anteil der Arbeitslosen an der Unterbeschäftigung betrug rund 70 Prozent. In der Unterbeschäftigung erfasst die Arbeitsagentur zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Menschen, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem „arbeitsmarktbedingten Sonderstatus“ sind. Letzteres trifft zum Beispiel für Menschen zu, die bei den Jobcentern gemeldet und 58 Jahre alt sind sowie seit mindestens einem Jahr kein Stellenangebot mehr bekommen haben. Die Arbeitsagentur will mit Hilfe der Kategorie Unterbeschäftigung umfassender darstellen, wie viele reguläre Stellen fehlen.

Unternehmen im Regionalverband haben im Oktober 719 Stellen gemeldet, 113 weniger als im September und 148 weniger als im Vorjahresmonat. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang um rund 17 Prozent. Seit Jahresbeginn wurden 7783 offene Stellen gemeldet, 1133 weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum (minus 12,7 Prozent). Aktuell sind 2958 Jobs zu haben. Die meisten offenen Stellen gibt es im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel, in der Zeitarbeit und bei Dienstleistern. Auch im Verarbeitenden Gewerbe, in Erziehung und Unterricht sowie im Speditionswesen gab es gute Beschäftigungsmöglichkeiten.

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