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Achtjährige müssen auf dem Gehweg fahren

Radelnde Kinder : Achtjährige müssen auf dem Gehweg fahren

Polizei und Allgemeiner Deutscher Fahhradclub stellen klar, dass es keine Wahlfreiheit gibt.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) nimmt Stellung zu einem SZ-Artikel über die Frage, wo Kinder mit dem Rad fahren müssen oder sollen. In einem Schreiben korrigiert der Club damit „meine missverständliche Aussage“ (Stephan Laßotta, Landespolizeipräsdidium, LPP).

Thomas Fläschner vom ADFC betont dazu gegenüber der SZ, dass Kinder im Alter bis acht Jahren mit dem Fahrrad auf dem Gehweg fahren müssen. Es bestehe keine Wahlfreiheit, wie von  der Landespolizei  dargestellt. Diese Wahlfreiheit bestehe nur für Kinder zwischen acht und zehn Jahren. Für viele Eltern sei es außerdem sehr wichtig, zu wissen, dass sie seit einer Änderung der StVo, ihre radelnden Kinder selbst auf dem Fahrrad auf dem Gehweg begleiten dürften.

Laßotta weist auf Paragraf 2 der Straßenverkehrsordnung (StVO) hin. Der besagt: „Kinder bis zum vollendeten achten Lebensjahr müssen, Kinder bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr dürfen mit Fahrrädern Gehwege benutzen. Ist ein baulich von der Fahrbahn getrennter Radweg vorhanden, so dürfen abweichend von Satz 1 Kinder bis zum vollendeten achten Lebensjahr auch diesen Radweg benutzen. Soweit ein Kind bis zum vollendeten achten Lebensjahr von einer geeigneten Aufsichtsperson begleitet wird, darf diese Aufsichtsperson für die Dauer der Begleitung den Gehweg ebenfalls mit dem Fahrrad benutzen; eine Aufsichtsperson ist insbesondere geeignet, wenn diese mindestens 16 Jahre alt ist.“

Fläschner ergänzt aus der StVo:

„Der Fußgängerverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden. Soweit erforderlich, muss die Geschwindigkeit an den Fußgängerverkehr angepasst werden. Vor dem Überqueren einer Fahrbahn müssen die Kinder und die diese begleitende Aufsichtsperson absteigen.“ Ein Elternteil oder eine andere Aufsichtsperson ab 16 Jahren dürfe  das Rad fahrende Kind unter acht Jahren auf dem Gehweg begleiten. Aber, so Fläschner weiter: „Eine Familie mit zwei Erwachsenen oder auch einem weiteren, älteren Kind fährt getrennt, denn nur eine Aufsichtsperson darf das Kind auf dem Bürgersteig begleiten. Gemeinsam kann die Familie aber auf baulich getrennten Radwegen fahren, denn dort dürfen Kinder jeden Alters unterwegs sein.“