| 20:43 Uhr

Es tut sich was in der Sulzbacher City
Ein Abbruchbagger leistet ganze Arbeit

Das Bild zeigt die Rückfront der beiden ehemaligen Ladenlokale, die gerade dem Abriss zum Opfer fallen.
Das Bild zeigt die Rückfront der beiden ehemaligen Ladenlokale, die gerade dem Abriss zum Opfer fallen. FOTO: Thomas Seeber
Sulzbach. Zwei Flachbauten in der Sulzbacher Innenstadt gehören der Vergangenheit an. Der Optik tut diese Maßnahme allemal gut. Von Michèle Hartmann

Es ist laut. Es ist staubig. Es wird schwer geschafft. Bereits Anfang dieser Woche sah man mit Masken und Schutzanzügen ausstaffierte Männer auf dem Dach der Anwesen Nummer 64 und 66 in der Sulzbachtalstraße. Sie entfernten asbesthaltige Faserzementplatten und die Mineralfaser-Dämmung. Solche Schadstoffe müssen gesondert entsorgt werden, erklärte ein Mitarbeiter der Bauverwaltung, den wir gestern Mittag an der Baustelle angetroffen haben. Er sorgte auch dafür, dass Passanten einen großen Bogen um die beiden Objekte machten, weil man deren Standsicherheit im Laufe der Abrissarbeiten nicht genau einschätzen konnte. Nachdem der Abbruchbagger des Unternehmens  Gihl aus Eppelborn vermutlich am heutigen Nachmittag  seine Arbeit beendet haben wird, geht es nahtlos weiter. Denn die Erdarbeiten sind schon vergeben, weitere Ausschreibungen längst in der Mache, wie man aus dem Bauamt erfährt.


Eine Hangstützwand wird hier errichtet. Zudem eine Treppe auf der linken Seite der rund 15 Meter breiten Baulücke und rechts ein ansehnlicher Aussichtspunkt mit gläserner Überdachung. Sodass man am Ende einen ungehinderten Blick genießen kann aufs Salzbrunnen-Ensemble. Das sieht man bislang nur, wenn man die Straße „Auf der Schmelz“ ansteuert und nach etwa 80 Meterrn links abbiegt. Also muss man demnächst nicht mehr um die Ecke biegen, um sich an den historisch bedeutsamen Gebäuden zu erfreuen.

Leute bleiben in der Sulzbachtalstraße stehen und reiben sich verwundert die Augen. „Dass ich das noch erleben darf“, wird sich so mancher Mensch beim Anblick des Geschehenes wohl gedacht haben. Im September des Jahres 2014 gab hier, in Hausnummer 64, Rolf Strauß seine Buchhandlung auf. Nebenan, Hausnummer 66, hatte das Eiscafé Venezia schon länger dicht gemacht. Und nun sorgte Strauß in einem der beiden Flachbauten für einen weiteren Leerstand.  Weil er für sich und seinen Laden keine wirtschaftliche Grundlage mehr sah.



Seither blickten die Sulzbacher auf zwei verwaiste Geschäfte, die – vis à vis zum Rathaus – der innerstädtichen Optik alles andere als zuträglich waren. So genau weiß niemand mehr, wann die Immobilien errichtet wurden, vermutlich Ende der 1950er-, Anfang der 60er-Jahre, wenn man den den typischen „Baustil“ zugrunde legt.

Das hässliche Ensemble war auch und vor allem der Stadtverwaltung ein Dorn im Auge. Also wurden fundierte Pläne geschmiedet. Und dann traf der Stadtrat Ende März 2015 mit den Stimmen aller Fraktionen eine diesbezüglich weitreichende Entscheidung:

Ein neuer Durchgang von der Sulzbachtalstraße in Richtung des historischen Salzbrunnen-Ensembles  sollte hier – nach Ankauf der Grundstücke – entstehen. Zuschussmittel aus dem Programm „Soziale Stadt“ stünden für das Vorhaben zur Verfügung, wurde damals dem Rat unterbreitet.

Und nun ist es eben so weit. Wie am Mittwoch ebenfalls zu erfahren war, kostet die Baumaßnahme insgesamt 500 000 Euro.

Summa summarum ist es ein Riesenspaß, hier zuzuschauen. Weil endlich ein arg jämmerliches Erscheinungsbild einem kleinen innerstädtischen Aufbruch weicht.

Auch die Fassade der beiden Flachbauten in der Sulzbachtalstraße wurde vom Abbruchbagger schon niedergemacht. Gestern Mittag war sie noch vorhanden.
Auch die Fassade der beiden Flachbauten in der Sulzbachtalstraße wurde vom Abbruchbagger schon niedergemacht. Gestern Mittag war sie noch vorhanden. FOTO: Thomas Seeber