800 Gäste bei der Saarbrücker Heiligabendaktion für bedürftige Menschen

Hier waren viele fleißige Helfer am Werk : Nur für die Einsamkeit ist im E-Werk kein Platz

150 Helfer schenken mit der Heiligabendaktion 800 Erwachsenen und Kindern schöne Stunden. Denen fehlt es sonst oft am Nötigsten.

Der Andrang ist riesengroß. Und zwar lange bevor die 49. Heiligabendaktion der evangelischen und der katholischen Kirche im E-Werk auf den Burbacher Saarterrassen beginnt.

Aus einst kleinen Anfängen mit überschaubaren Gästezahlen hat sich Großes entwickelt. Inzwischen betreiben die Veranstalter um Diakon Horst-Peter Rauguth und Pastoralreferent Heiner Buchen einen Riesenaufwand, um gut 800 Bedürftigen ein würdiges Weihnachtsfest zu bereiten. Gut, dass auch die Zahl der Hilfsbereiten groß ist und den Gästen ziemlich genau 150 Ehrenamtliche als freundliche Gastgeber gegenüberstehen.

Unter ihnen sind welche, die das schon lange machen, wie die jüngst mit der Bürgermedaille ausgezeichnete Kommunalpolitikerin Anita Lang. Oder auch Prominente, etwa Ministerpräsident Tobias Hans und Oberbürgermeisterin Charlotte Britz. „Unglaublich, was hier los ist“, sagt sie inmitten der Wartenden. Kaum haben die meisten Platz genommen, da beginnt das Kulturprogramm.

Der Posaunenchor Alt-Saarbrücken-Malstatt macht den Anfang. Später folgen junge Leute von der Tanzschule Euschen-Gebhardt, der Rodenhofer Chor Chorioses und Gitarrist Hector Zamora mit Begleiter Gustavo. „Allesamt treue Begleiter über all die Jahre“, wie Rauguth betont. „Gerne darf auch mitgesungen werden“, lädt Rauguth zwischen zwei Weihnachtsliedern ein – und stellt seinen Organisations- und Moderationskollegen Buchen vor.

Damit das Mitsingen leichter fällt, finden sich einige aus dem Helferteam vor der Bühne ein, bilden einen kleinen Chor. „Das haben wir zum ersten Mal spontan hinbekommen“, sagt Lothar Ranta, ebenso langjähriger Förderer der Aktion.

Kaffee und Kuchen gibt es zuerst. Helfer und Gäste kommen ins Gespräch. „Als Kind vor dem Weihnachtsbaum waren da nur Geborgenheit und Wärme“, erinnert sich Bodo, einer der Gäste.

In seinem Alltag, so fährt er fort, sei inzwischen alles durcheinander. Frau weg, Kinder weg, Wohnung weg. Also schlage er sich durch, übernachte mal hier, mal da. „Etwas Regelmäßiges, wie es meine Mutter immer genannt hat, habe ich schon lange nicht mehr. Sogar mein Name ist nichts mehr wert, seit Monaten bin ich nur noch der Bodo.“

An Heiligabend ist für ihn alles ein bisschen besser. Er fühlt sich willkommen im E-Werk. Man bedient ihn zuvorkommend, hört ihm zu. Entspannt sitzt Bodo mit Leidensgenossen zusammen, ohne Furcht, dass auch nur ein einziger zu kurz kommen könnte. Es gibt nur ein paar Regeln: Rauch- und Alkoholverbot im Saal, vor 16 Uhr da sein.

Zum großen Essen herrscht der größte Andrang. Und vor dem Abschied ist Bescherung: Die Jüngsten bekommen ihre Präsente in der Kinderbetreuung. Für die anderen Gäste sind die beliebten Taschen mit Grundnahrungsmitteln vorbereitet.

Weil nichts schöner ist als eine kleine Extra-Überraschung, gibt es dann je nach Bedarf noch Tierfutter oder Süßigkeiten obendrauf. Ein Grund mehr, den Abend in guter Erinnerung zu behalten.