40 Jahre Diakonie für Gemeinswesenarbeit in Saarbrücken Malstatt

Kostenpflichtiger Inhalt: 40 Jahre Diakonie für Gemeinwesenarbeit : Hilfe zur Selbsthilfe für die Malstatter

Seit 40 Jahren engagiert sich die Diakonie für Gemeinwesenarbeit und sorgt dafür, dass Menschen sich emanzipieren.

Im Jahr 1979 fing alles an. Mit der Eröffnung des Stadtteilbüros fiel damals der Startschuss zur Gemeinwesenarbeit (GWA) der Diakonie Saar in Malstatt. „Das Ziel unserer Arbeit hier war von Beginn an, den Menschen dabei zu helfen, ihre Lebenssituation verbessern zu können“, sagt die langjährige Mitarbeiterin des Stadtteilbüros Anne-Marie Marx. Malstatt habe damals unter den Folgen des Strukturwandels gelitten, und es habe bei vielen Bewohnern eine Perspektivlosigkeit geherrscht.

„Der Grundgedanke der Gemeinwesenarbeit war, weg von der reinen Einzelfallhilfe zu kommen und Strukturen zu schaffen, die vielen Menschen vor Ort Unterstützung bieten können“, fügt die Sozialarbeiterin hinzu. Dabei sei es in den vergangenen vier Jahrzehnten gelungen, eine große Zahl von Institutionen aufzubauen, die Hilfestellungen in den verschiedensten Lebensbereichen geben können.

„Dabei war vor allen Dingen wichtig, den Malstattern Möglichkeiten zu geben, sich aktiv für ihren Stadtteil einzubringen“, sagt Anne Fennel, sozialwissenschaftliche Geschäftsführerin der Diakonie Saar. Die Gemeinwesenarbeit leiste wichtige Beiträge zur Stadtteilentwicklung und zur Emanzipation der Menschen.

Die Angebote der Diakonie richten sich vor allem an die Bewohner im unteren Malstatt und in der Leipziger Straße. Sie erstrecken sich heute auf viele Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Neben der Verbesserung der Bildungschancen von benachteiligten Kindern ist dabei die Teilhabe der Bürger an der Gestaltung ihres Stadtteils erklärtes Ziel.

Das Kinderbildungszentrum (Kibiz) ist dabei nur eines von vielen Beispielen, die benachteiligten Kindern die Chance auf Bildungsangebote bieten. Zudem wirkt die GWA zusammen mit anderen Partnern an der Entwicklung einer Bildungswerkstatt für den Stadtteil mit. Daneben werden auch Felder wie Elternbildung oder Freizeitaktivitäten für Kinder abgedeckt. Auch für Erwachsene gibt es Angebote wie beispielsweise das wöchentliche „Männerkochen“.

Im Bereich der Stadtteilgestaltung sind in Zusammenarbeit mit den Bürgern ebenfalls eine Reihe von Projekten umgesetzt worden. So beispielsweise die Gestaltung des Pfarrer-Köllner-Platzes und der Unterführung „In der Röth“.

„Gerade die Unterführung „In der Röth“ hat eine unheimliche Aufwertung erhalten und ist ein tolles Beispiel dafür, wie eine aktive Mitgestaltung aussehen kann“, sagt Anne-Marie Marx.

Des Weiteren unterstützt die GWA auch den Verein „Malstatt gemeinsam stark“ (Mags). „Der Verein ist sozusagen als ständige Vertretung der Bürgerinteressen ins Leben gerufen worden. Dadurch hat auch eine Vernetzung der Menschen untereinander eingesetzt“, sagt Marx.

Doch auch trotz dieser erfolgreichen Arbeit in den letzten 40 Jahren bleibt eine nachhaltige Gemeinwesenarbeit auch in Zukunft von großer Bedeutung. „Statistisch gesehen wechselt die Bevölkerung in Malstatt alle fünf Jahre. Daher ist eine langfristig angelegte Arbeit weiterhin besonders wichtig“, sagt Marx zur Zukunft der GWA.

Kontaktpflege: Eine Männerkochgruppe trifft sich jede Woche im Malstatter Stadtteilbüro. Foto: Diakonie Saar/ Paulus

„Gerade im Zuge der Flüchtlingskrise konnte die Gemeinwesenarbeit als Vermittler dienen und oftmals auch einer Stimmungsmache entgegenwirken, indem man Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammenbrachte“, ergänzt Anne Fennel. Mit Blick auf die Zukunft sagt Fennel: „Es muss auch in Zukunft unser Ziel sein, die geschaffenen Strukturen zu stärken und noch weiter auszubauen.“

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