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Arbeitslose
29 836 Menschen suchen Jobs

Regionalverband. Regionalverband Saarbrücken hat die mit Abstand höchste Arbeitslosenquote im Land.

Die Agentur für Arbeit legte am Mittwoch die Arbeitsmarktzahlen für den Regionalverband Saarbrücken vor. Demnach galten 15 976 Menschen gemäß der Agenturdefinition im vergangenen Januar als arbeitslos. Die Arbeitslosenzahl lag um 746 über dem Dezember-Stand. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit geringfügig gesunken (minus 55).



Den deutlichen Anstieg im Vergleich mit dem Vormonat erklärt die Arbeitsagentur mit dem Hauptkündigungstermin zum Jahresende und dem Auslaufen der befristeten Arbeitsverträge nach dem Weihnachtsgeschäft. Auch im Hotel- und Gaststättengewerbe gebe es im Januar weniger zu tun, und viele Außenarbeiten ruhten in den ersten Wochen des Jahres.

Die Arbeitslosenquote im Regionalverband lag bei 9,4 Prozent und im Vorjahr bei 9,6 Prozent – das ist wieder die mit Abstand höchste im Saarland, wie der Vergleich mit den anderen Kreisen zeigt: St. Wendel 3,5 Prozent; Merzig-Wadern 4,6 Prozent, Saarlouis 5,1 Prozent, Saarpfalz-Kreis 5,2 Prozent und Neunkirchen 7,4 Prozent.

29 836 Menschen waren nach den Agenturkriterien arbeitssuchend. Das sind 60 weniger als im Dezember. Zu den Arbeitsuchenden gehören neben den fast 16 000 Arbeitslosen (bei Arbeitsagentur und Jobcenter gemeldete Personen, einschließlich Langzeitarbeitslose)  unter anderem auch Frauen und Männer, die kurzzeitig krank sind, Personen, die mehr als geringfügig beschäftigt sind und vom Jobcenter einen Aufstockungsbetrag zum Lohn erhalten sowie Beschäftigte oder Selbständige, die eine andere Arbeitsstelle suchen.

Neben der registrierten Arbeitslosigkeit galten rund 78 330 Personen nicht als arbeitslos, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus waren (siehe Abschnitt „Unterbeschäftigung“ im nebenstehenden Text). Darunter befanden sich 2230 Teilnehmer an einer Fördermaßnahme für Flüchtlinge. Der Anteil der Arbeitslosen an der Unterbeschäftigung betrug rund 68 Prozent.

Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen im Januar um 404 auf 3655 gestiegen, das waren 232 weniger als vor einem Jahr. Im aktuellen Monat waren 2132 Männer und 1523 Frauen arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vorjahr ist bei den Männern ein Rückgang der Arbeitslosigkeit um 9,7 Prozent, bei den Frauen lediglich um 0,1 Prozent festzustellen.

Bei den bei der Arbeitsagentur gemeldeten Jüngeren unter 25 Jahren hat sich die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat erhöht. Hier waren 330 Personen gemeldet, 36 mehr als im Dezember. Gegenüber dem Vorjahreswert ist das allerdings ein Rückgang um mehr als ein Viertel.

Die Zahl der Arbeitslosen in der Altersgruppe älter als 50 lag bei 1452. Sie hat sich gegenüber dem Vormonat um 148, gegenüber dem Vorjahr um drei erhöht.

Die Arbeitslosigkeit beim Jobcenter im Regionalverband ist im Januar leicht gestiegen (plus 342 auf 12 321). Damit lag sie um 177 über dem Vorjahreswert. 5200 Frauen und 7121 Männer waren arbeitslos gemeldet. Bei den Frauen ist die Zahl gegenüber dem Vorjahr um 140 gesunken, bei den Männern um 317 gestiegen.

Die Zahl der arbeitslosen Jüngeren unter 25 Jahren lag im Januar bei 977. Sie ist gegenüber dem Vorjahr um rund 17 Prozent gestiegen. 3256 Arbeitslose waren älter als 50 Jahre. Ihre Zahl sank gegenüber dem Vorjahr um 36.

Weniger als die Hälfte der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen war langzeitarbeitslos, also bereits ein Jahr und länger registriert. Mit 5580 beträgt ihr Anteil an allen Arbeitslosen 45,3 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang um 7.

Im Januar haben die Unternehmen der Region 679 Stellen zur Besetzung gemeldet, rund ein Viertel mehr als im Vorjahresmonat. Aktuell sind noch 3063 Stellen offen. Besonders viele Mitarbeiter werden in der Zeitarbeit, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel sowie im Bereich der freiberuflichen/wissenschaftlichen/technischen Dienstleistungen gesucht. Auch das verarbeitende Gewerbe, der Logistikbereich, der öffentliche Dienst, das Baugewerbe, der Bereich Erziehung und Unterricht sowie das Gastgewerbe haben Bedarf an Fachkräften.

Auch das Baugewerbe meldete im Januar offene Stellen, um die Belegschaften zu verstärken. Wie in den Vormonaten waren neue Mitarbeiter auch in der Gastronomie und im verarbeitenden Gewerbe gesucht.
Auch das Baugewerbe meldete im Januar offene Stellen, um die Belegschaften zu verstärken. Wie in den Vormonaten waren neue Mitarbeiter auch in der Gastronomie und im verarbeitenden Gewerbe gesucht. FOTO: Christian Charisius / dpa