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Arbeitsmarkt
29 491 Menschen suchen Arbeit

Regionalverband. Stellenmarkt im Mai: Mehr offene Stellen als vor einem Jahr. Aber die Langzeitarbeitslosigkeit bleibt unverändert hoch.

Die Agentur für Arbeit legte am Mittwoch die jüngsten Arbeitsmarktzahlen aus dem Regionalverband (RV) Saarbrücken vor. Demnach galten im Mai 14 869 Frauen und Männer als Arbeitslose – gemäß der Agentur-Definition (die wichtigsten Arbeitsmarkt-Begriffe stehen im Text rechts). Das waren 325 weniger als im April und 184 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag bei 8,6 Prozent (minus 0,2 Prozentpunkte). Das ist der weitaus höchste Wert im Saarland. Die niedrigste Arbeitslosenquote ist im Saarland mit 3,1 Prozent für den Landkreis St. Wendel zu verzeichnen. Es folgen der Landkreis Merzig-Wadern (4,1 Prozent) vor Saarlouis (4,6), dem Saarpfalz-Kreis (4,9) und dem Landkreis Neunkirchen (6,6).


29 491 Menschen im Regionalverband galten – gemäß der Agentur-Definition – als Arbeitsuchende, 49 weniger als im März. Zu den Arbeitssuchenden zählt die Agentur neben den offiziellen 14 869 Arbeitslosen die Langzeitarbeitslosen – und noch „Personen, die kurzzeitig erkrankt sind, Personen, die mehr als geringfügig beschäftigt sind und vom Jobcenter einen Aufstockungsbetrag zum Lohn erhalten sowie Beschäftigte oder Selbstständige, die eine andere Arbeit suchen“. Eine Arbeitssuchendenquote errechnet die Agentur nicht.

Die Agentur für Arbeit erwartet für die kommenden Wochen einen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit im Regionalverband.



„Bei guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen entwickelt sich auch der Arbeitsmarkt weiter günstig. Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist im Mai weiter zurückgegangen und die Beschäftigung ist erneut gewachsen. Auch die Nachfrage der Unternehmen nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern befindet sich weiterhin auf einem hohen Niveau“, erläutert Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland.

Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen im Mai um 210 auf 3174 gesunken. Daraus ergibt sich im Vergleich zum April des vergangenen Jahres ein Rückgang um 3,8 Prozent. Im April hat dieser aufs Vorjahr bezogene  Rückgang sogar bei 6,2 Prozent gelegen.

Bei den der Agentur gemeldeten Jüngeren unter 25 Jahren lag die Arbeitslosenzahl mit 283 um 11 Prozent unter dem Vormonats- und um 18,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau. 1336 Arbeitslose waren im Mai älter als 50 Jahre. Die Zahl hat sich gegenüber dem Vormonat um 62 verringert, ist aber um 27 höher als im Mai 2017.

Die Zahl der Arbeitslosen, die das Jobcenter betreut, ist im Mai um 115 auf 11 695 Personen gesunken und lag damit um 59 unter dem Vorjahreswert. Die Zahl der Jüngeren Jobcenter-Kunden unter 25 Jahren ist im Mai gegenüber dem Vorjahr um 136 auf 940 gestiegen. 3108 Arbeitslose, die beim Jobcenter registriert sind, waren älter als 50 Jahre. Ihre Zahl sank gegenüber dem Vorjahr um 53.

Weniger als die Hälfte aller beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen waren bereits ein Jahr und länger arbeitslos. 5296 Betroffene entsprechen einem Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Betroffenen von 45,3 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein geringfügiger Rückgang um 0,6 Prozent.

Die Unterbeschäftigung lag im Regionalverband Saarbrücken im Mai mit 23 171 Frauen und Männern um 3,8 Prozent unter dem Vorjahresniveau. In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen mitberücksichtigt, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem „arbeitsmarktbedingten Sonderstatus“ sind. Es handelt sich den Statistikern zufolge um „Menschen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt“. Der Anteil der Arbeitslosen an der Unterbeschäftigung betrug 64,2 Prozent. Damit entlasteten Fördermaßnahmen der Arbeitsmarktpolitik den Arbeitsmarkt um ein gutes Drittel. Das heißt, ohne sie stünden noch weitaus mehr Frauen und Männer ohne Beschäftigung da.

Im Mai meldeten Unternehmen aus der Region der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter rund 1000 Stellen und damit 155 mehr als im April. Seit Jahresbeginn stieg die Zahl der Stellenangebote verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 13 Prozent. Aktuell sind noch 3300 Jobs zu haben. Besonders viele offene Stellen meldeten Zeitarbeitsfirmen, der Handel, das Gesundheits- und Sozialwesen sowie freiberufliche, wissenschaftliche oder technische Dienstleister.

Auch das verarbeitende Gewerbe, das Baugewerbe, der Informations- und Kommunikationssektor, das Gastgewerbe und das Speditionsgewerbe haben im vergangenen Monat Personal gesucht.

Im Regionalverband wurden seit Beginn des Ausbildungsjahres im vorigen Oktober 2233 Lehrstellen gemeldet. Gleichzeitig suchten 1600 junge Menschen eine Ausbildungsstelle über die Arbeitsagentur, 90 weniger als vor einem Jahr. Im Mai waren noch 1169 Stellen unbesetzt und 736 Jugendliche unversorgt.

Offene Lehrstellen gibt es noch in allen Berufen. Am häufigsten werden im Regionalverband Azubis für folgende Berufe gesucht: Kaufmann/-frau im Einzelhandel (74), Kaufmann/-frau im Büromanagement (68), Handelsfachwirt/in/ (67), Verkäufer/in (67), Kaufmann/-frau für Versicherungen/Finanzen (44), Kaufmann/frau im Groß-/ und Außenhandel (35), Anlagenmechaniker/in für Sanitär/Heizung/Klimatechnik (29), Fachkraft Lagerlogistik (29), Bankkaufmann/-frau (29), Fachverkäufer/in Lebensmittelhandwerk – Fleischerei (28).

Agentur-Chef Haßdenteufel sagt, auch wenn der Ausbildungsbeginn näherrücke, seien viele Einstellungsverfahren noch nicht abgeschlossen. Wer noch unversorgt ist, solle Kontakt mit der Berufsberatung aufnehmen und sich Gedanken über Alternativen machen, anstatt sich auf einen Wunschberuf zu versteifen.

Pflegepersonal ist nach wie vor gefragt, wie der jüngste Arbeitsmarktbericht für den Regionalverband Saarbrücken zeigt.
Pflegepersonal ist nach wie vor gefragt, wie der jüngste Arbeitsmarktbericht für den Regionalverband Saarbrücken zeigt. FOTO: picture alliance / dpa / Sebastian Widmann