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2803 Schüler und Lehrkräfte im Saarland in Quarantäne

Corona-Pandemie : 2803 Schüler und Lehrer in Quarantäne

Die steigenden Corona-Neuinfektionen wirken sich auch auf die Schulen im Saarland aus. Laut Bildungsministerium ist die Lage „angespannt“.

Im Saarland sind wegen der Corona-Pandemie aktuell 2803 Schüler und Lehrkräfte von einer Quarantäne-Anordnung betroffen. Das hat das Saar-Bildungsministerium auf SZ-Anfrage mitgeteilt. Diese teilen sich auf insgesamt zehn Kitas sowie 76 Grund- und weiterführende Schulen auf. Darüber hinaus sind 341 Lehrkräfte, davon 235 schwanger, Corona-bedingt nicht im Präsenzunterricht im Einsatz, und 279 Lehrkräfte stehen aufgrund einer Quarantäne-Anordnung nicht für den Präsenzunterricht zur Verfügung. In den Kitas sind 37 pädagogische Fachkräfte von einer Quarantäne betroffen.

„Die Situation an den Schulen ist sehr angespannt“, erklärte die saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD). „Ohne zusätzliches Personal gerät der Betrieb an Schulen und Kitas immer weiter unter Druck.“ Werde für Lehrkräfte eine Quarantäne angeordnet, sei es gerade an kleinen Standorten schwierig, Vertretungslösungen zu finden. „Zudem sind an den Grund- und Förderschulen die vorhandenen internen Ressourcen praktisch vollständig aufgebraucht“, sagte Streichert-Clivot. Deshalb würden an allen Schulformen Teilzeitbeschäftigungsformen aufgestockt.

Um Kita- und Schulschließungen zu verhindern, hat der saarländische Landesverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) weitere Schutzmaßnahmen gefordert. Somit sollen alle Lehrer und Erzieher eine Grundausstattung mit sogenannten FFP2-Masken erhalten. Zudem regte die GEW-Landesvorsitzende Birgit Jenni an, vorübergehend und lokal vor Ort das Modell des „Hybrid-Unterrichts“, also den Wechsel von Präsenz-Unterricht und häuslicher Lernphasen, in Betracht zu ziehen. „Nur dann ist es möglich die erforderlichen Abstände in kleineren Lerngruppen einzuhalten“, betonte Jenni. „Es kann nicht sein, dass sich in Schulen und Kitas tagtäglich Personen aus bis zu 100 und teilweise mehr Haushalten über mehrere Stunden in einem Raum aufhalten, während landesweit eine Kontaktbeschränkung von maximal zwei Haushalten besteht“, kritisierte Jenni.

Für eine Ausweitung der Maskenpflicht auf die unteren Klassenstufen der weiterführenden Schulen hatte sich zuvor der St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald (CDU) ausgesprochen. Um an Schulen einen „Lockdown durch die Hintertür“ zu vermeiden, plädierte Recktenwald dafür bei einem infizierten Schüler nicht automatisch die gesamte Schulklasse in Quarantäne zu schicken. Dies setze voraus, dass im Unterricht ein Mund-Nasen-Schutz getragen und im Klassensaal ausreichend gelüftet werde. Werde dies erfüllt, sollten die Schüler, die als Kontaktpersonen des infizierten Klassenkameraden gelten, weiterhin zur Schule gehen können. Dadurch sollten die Gesundheitsämter und die Eltern entlastet und die Aufrechterhaltung des schulischen Bildungsangebotes gewährleistet werden.

„Schulen so lange wie möglich offen halten“ forderte auch der Hauptgeschäftsführer der saarländischen Arbeitskammer, Thomas Otto. „Beim Homeschooling im Frühjahr waren Kinder aus armen Verhältnissen benachteiligt, denn sie verfügen seltener über die notwendige technische Ausstattung und haben auch keine Rückzugsräume zum ungestörten Lernen“, sagte Otto. Nach dem ersten Lockdown seien viele Familien in ihrer Entwicklung zurückgefallen.

Am Montag hatte Bildungsministerin Streichert-Clivot angekündigt die Maskenpflicht an Schulen zu erweitern. Demnach sollen künftig auch Schüler ab der fünften Klasse einen Mund-Nase-Schutz im Unterricht tragen. Diese Pflicht galt seit einer Woche bereits für Schüler ab Klassenstufe zehn. Ab wann dies für alle Schüler ab Klasse fünf verpflichtend wird, werde am Mittwoch mitgeteilt.