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2020 wird es kein Nauwieser-Viertel-Fest geben.

Kostenpflichtiger Inhalt: Organisatoren sagen ab : Nauwieser Fest fällt wegen Dauerbaustelle aus

Im Viertel wird in diesem Jahr nicht gefeiert. Das hat der Leiter des Organisationsteams der SZ bestätigt.

Die Nachrichten, dass das Nauwieser-Viertel-Fest in Gefahr ist und wahrscheinlich nicht stattfinden wird, sind so alt wie das Fest selbst. Mal haben die Veranstalter darüber geklagt, dass die Auflagen für die Sicherheitsmaßnahmen nicht zu erfüllen sind, mal war das finanzielle Risko zu hoch, mal gab es Probleme mit dem Organisationsteam. Am Ende wurde aber dann doch in jedem Sommer gefeiert im Viertel. Nur 2018 musste das Fest ausfallen, weil der Hauptmacher starb und eine Lücke hinterließ, die nicht zu füllen war.

Danach haben Timo Schmidt und ein engagiertes Team das Fest, das zuvor 16 Mal vom Rockstar-Verein organisiert worden ist, übernommen. Mit leicht verändertem Konzept wurde im vergangenen Jahr wieder gefeiert. Gestern nun teilte Schmidt auf SZ-Anfrage mit: „Das Fest wird in diesem Jahr nicht stattfinden.“ Der Satz ist in diesem Fall nicht Teil des altbekannten „Es findet nicht statt, es findet doch statt“-Spiels. Und so fügt Schmidt auch an, dass das „zu 100 Prozent“ so sei.

Grund für den Verzicht aufs Fest ist die Baustelle, die Anwohner und Gewerbetreibende seit Mitte Oktober vergangenen Jahres nervt. Der städtische Entsorgungsbetrieb ZKE erneuert den Regen- und Schmutzwasserkanal im Viertel. „Die gesamten Arbeiten dauern voraussichtlich ein Jahr und kosten rund zwei Millionen Euro“, teilte die Stadtverwaltung vor fünf Monaten mit. Das bedeutet: Vor Mitte Oktober ist nicht mit einem Ende der Arbeiten zu rechnen.

In diesem Sommer, sagt Schmidt, werde die Baustelle, wegen der zurzeit die Nauwieser Straße gesperrt ist, im sogenannten Bermudadreieck angekommen sein, also an der Stelle, an der die Nauwieser auf die Cecilienstraße trifft und die meisten Kneipen sind. Man hätte zwar rund um den Ophüls-Platz feiern können, sagt Schmidt. „Aber eine solche abgespeckte Version finden wir nicht gut. Aus unserer Sicht lebt das Fest davon, dass mitten im Viertel, also im Bermudadreieck gefeiert wird“, erklärt der Chef-Organisator.

Man habe „schweren Herzens“ entschieden, in diesem Jahr kein Fest zu veranstalten. Aber man habe es definitiv entschieden. Schwer gefallen sei die Entscheidung auch deshalb, weil man mit dem Fest nach dem Ausfall 2018 im vergangenen Jahr „eine neue Marke“ entwickelt habe und diese Marke auch gerne aufgebaut hätte. Da sei ein erneutes Jahr Pause „natürlich nicht hilfreich“ und „schlecht für die Marke“. Aber man wolle da nicht jammern. Schließlich gebe es Leute, für die die Dauerbaustelle „noch viel problematischer“ sei als für die Fest-Organisatoren – für die Gewerbetreibenden nämlich, die ein volles Jahr mit Beeinträchtigungen kämpfen müssen. Was das Nauwieser-Viertel-Fest angeht, verspricht Timo Schmidt: „2021 starten wir dann nochmal!“