Saarbrücken hofft erneut auf Bad-Investor

Saarbrücken. Wo früher die Wasserratten schwimmen gingen, herrscht heute gähnende Leere. Seit 2001 ist das Stadtbad St. Johann, das frühere Kaiser-Friedrich-Bad, geschlossen. Nachdem ein Investor im vergangenen Jahr absprang, nimmt die Verwaltung jetzt einen neuen Anlauf

 Die Schwimmhalle des Stadtbades mit dem Zolnhofer-Mosaik an der Wand. Foto: Deicke

Die Schwimmhalle des Stadtbades mit dem Zolnhofer-Mosaik an der Wand. Foto: Deicke

Saarbrücken. Wo früher die Wasserratten schwimmen gingen, herrscht heute gähnende Leere. Seit 2001 ist das Stadtbad St. Johann, das frühere Kaiser-Friedrich-Bad, geschlossen. Nachdem ein Investor im vergangenen Jahr absprang, nimmt die Verwaltung jetzt einen neuen Anlauf. Nach SZ-Informationen stehen zwei Firmen bereit: die Georg Schenk Wohn- und Gewerbebau GmbH in Fürth und die Fertigbau Laux GmbH in Losheim. Im Rahmen eines Bieterverfahrens sollen sie bereits nachgewiesen haben, dass sie die Investition stemmen können. Daran war der Unternehmer Günter Klockner 2011 gescheitert. Die Banken gaben ihm kein grünes Licht (die SZ berichtete). Die Stadtratsfraktionen hatten daraufhin die Landesentwicklungsgesellschaft kritisiert, die im Auftrag der Stadt einen Investor suchte.Nun nimmt es die Verwaltung selbst in die Hand und hat folgende Vorgaben gemacht: Wenn das Stadtbad neu genutzt wird, müssten in erster Linie Wohnungen gebaut werden. Außerdem fordert die Stadt eine Grünfläche, die auch andere Bürger nutzen können. Die Investoren müssen zudem den Denkmalschutz berücksichtigen. Das betrifft die Mosaiken des Künstlers Fritz Zolnhofer und das alte Kesselhaus.

Nach SZ-Informationen will die Schenk Wohn- und Gewerbebau GmbH das Stadtbad abreißen und ein "Kaiser-Friedrich-Carree" bauen, das einen "halböffentlichen Park" umschließt. Neben einer Seniorenresidenz sollen unter anderem Wohnungen, eine Kindertagesstätte und Büros entstehen. Im Gegensatz dazu will das Losheimer Unternehmen die Fassade des Stadtbads erhalten und im Inneren komplett umbauen. Die Fertigbau Laux GmbH plant eine Altenpflegestation, betreutes Wohnen, Studentenwohnungen, ein Stadthotel und eine Kindertagesstätte. In der ehemaligen großen Schwimmhalle sollen hochwertige Wohnungen entstehen. Der Park hinter dem Stadtbad wird saniert. Ein Fragezeichen steht noch hinter den Heizkesseln im Kesselhaus. Die würde die Laux GmbH gerne ausbauen.

Nach SZ-Informationen sollen beide Interessenten einen Betreiber für das Pflegeheim haben. Kosten für Abriss und Entsorgung entstehen der Stadt angeblich in beiden Fällen nicht. Ob die Verwaltung Geld für Bodenuntersuchungen ausgeben muss, wie es im Fall des Investors Klockner vorgesehen war, ist noch offen. 400 000 Euro hatte der Stadtrat bereits 2010 dafür freigegeben. Am 21. März sollen sich beide Unternehmen in der gemeinsamen Sitzung des Bauausschusses des Stadtrats, des Bezirksrats Mitte und des Werksausschusses des Gebäudemanagementbetriebs vorstellen. Am 27. März könnte der Stadtrat entscheiden, wer den Zuschlag erhält.

<strong>Bilder des alten Stadtbad St. Johann finden Sie hier.