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Zugausfälle im Saarland: Vlexx wehrt sich gegen Kritik und Abmahnung

Reaktion auf Abmahnung : Bahnunternehmen Vlexx verteidigt sich gegen Kritik

Was sagt Vlexx zur angekündigten Abmahnung durch das saarländische Verkehrsministerium? Das Ministerium hatte erklärt, die Zugausfälle bei der Privatbahn schadeten dem Ansehen des ÖPNV im Saarland.

Nach der Ankündigung des saarländischen Verkehrsministeriums, Vlexx wegen wiederholter Zugausfälle abzumahnen, hat sich das private Bahnunternehmen gegen Kritik verteidigt. „Die Ausfälle am vergangenen Wochenende sind auf einen unerwartet hohen Krankenstand von 20 Prozent zurückzuführen“, erklärte das Unternehmen mit Sitz in Mainz am Donnerstag und sprach von einer „Ausnahmesituation“. Die Krankenquote gehe inzwischen zurück. Trotzdem könne es noch zu einzelnen Ausfällen kommen. Auch das vom Sturmtief „Sabine“ verursachte Unwetter habe seinen Teil zu den Ausfällen beigetragen, erklärte Vlexx.

Das Verkehrsministerium hatte erklärt, die Zugausfälle schadeten dem Ansehen des Öffentlichen Nahverkehrs im Saarland. Die Vlexx müsse ab sofort in Quartalsberichten durch einen Wirtschaftsprüfer ihre personelle und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen. Außerdem hatte das Ministerium eine schriftliche Abmahnung angekündigt. Das Bahnunternehmen erklärte hierzu: „Wir bedauern, dass das Land sich zu diesem Schritt gezwungen gesehen hat. Unser Ziel ist es, dauerhaft und verlässlich die vertraglich vereinbarten Leistungen zu erbringen.“

Die Fraktion Die Linke im saarländischen Landtag forderte vom Land, die Verträge mit Vlexx zu kündigen. Eine Abmahnung sei nicht ausreichend. „Auch eine bessere Information der Fahrgäste ändert nichts am Grundproblem: Die Züge fahren weder regelmäßig noch pünktlich.“

Das Unternehmen Vlexx bedient Strecken in den Regionen Rheinhessen, Nahe, Westpfalz, dem Saarland und in der Metropolregion Rhein-Main. Zugausfälle in der Vergangenheit begründete das Mainzer Unternehmen mit fehlendem Personal. Dem werde entgegengewirkt: 20 Mitarbeiter würden aktuell zu Triebfahrzeugführern ausgebildet. Die mehrmonatige Qualifizierung werde voraussichtlich im Oktober beendet. Weitere Kurse für künftige Lokführer seien noch in diesem Jahr geplant.