ZF bekommt Großauftrag von Fiat-Chrysler

Großbestellung von Fiat-Chrysler : Weiterer Milliardenauftrag für ZF im Saarland

Hochstimmung bei ZF in Saarbrücken. Ein zweiter Großauftrag trägt dazu bei, die Arbeitsplätze auf lange Zeit zu sichern. Die Landesregierung sieht darin ein positives Signal.

Erneut eine gute Nachricht für die rund 9000 ZF-Mitarbeiter in Saarbrücken: Nur drei Monate nach dem Rekordauftrag von BMW hat der Friedrichshafener Autozulieferer eine weitere Großbestellung an Land gezogen. Fiat-Chrysler hat ZF mit der Lieferung der neuen, vierten Generation des Achtgang-Automatikgetriebes beauftragt. Nach Angaben von ZF ist es der zweitgrößte Auftrag des Unternehmens für dieses Getriebe – im Umfang fast so groß wie der von BMW, sagte ZF-Vorstandschef Wolf-Henning Scheider. Die BMW-Bestellung, die ZF Anfang April bekanntgab, hat ein zweistelliges Milliardenvolumen.

Gefertigt werden sollen die Getriebe vor allem in Saarbrücken. 2022 geht die vierte Generation des Achtgang-Getriebes zuerst im Saarland in Serie. Danach soll es auch an anderen Standorten, darunter in den USA und China produziert werden.

ZF-Vorstandschef Wolf-Henning Scheider freut sich über die Großbestellung von Fiat Chrysler. Foto: dpa/Felix Kästle

Der italienisch-amerikanische Autokonzern will nach ZF-Angaben das Automatik-Getriebe in Fahrzeuge mit Heck- und Allradantrieb einbauen. Ein bedeutender Anteil ist für Autos mit Hybridantrieb gedacht. „Dieser zweite Großauftrag für das neue Achtgang-Getriebe bestätigt unsere Strategie, bei der Elektrifizierung von Pkw auf Plug-in-Hybrid-Antriebe als alltagstaugliche Lösungen zu setzen“, sagte Scheider. Hybride kombinieren Elektromotoren mit klassischen Verbrennern. Mit der Plug-in-Technik lässt sich das Auto auch rein elektrisch fahren, und die Batterie kann man übers Stromnetz laden. Die Reichweite für das elektrische Fahren werde bei den Hybriden künftig zwischen 80 und 100 Kilometern liegen. Kunden können die Kurzstrecken und somit den größten Teil ihrer Fahrten rein elektrisch machen, und auf der Langstrecke schalten sie auf Verbrennungsmotor um. ZF bietet das Getriebe als Baukastensystem an. Die Autohersteller können je nach Kundenwünsche frei entscheiden, wie viele Getriebe sie in der Variante für Hybrid- oder für Verbrennungsmotoren bestellen.

Die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) misst dem neuen Großauftrag an ZF hohe Bedeutung bei. Das sei eine Nachricht, über die sich nicht nur die Beschäftigten bei ZF freuen sollten, „sondern das hat Signalwirkung für unser ganzes Bundesland“. Der Autozulieferer sei ein Motor für die wirtschaftliche Entwicklung Landes.

Auch Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) äußert sich nach Bekanntwerden begeistert. So sei der neue Großauftrag „nicht nur eine gute Nachricht für die Beschäftigten bei ZF, sondern ein positives Signal für den Wirtschaftsstandort Saarland“. ZF als wichtiger Impulsgeber für die Zukunft unserer Mobilität sichere Arbeitsplätze und trage maßgeblich zur Weiterentwicklung des Industrie- und Forschungsstandortes bei.

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