Brisanter Medienbericht Wolfspeed–Chipfabrik in Ensdorf – „Das ganze Projekt im Saarland könnte doch noch scheitern“

Update | Frankfurt am Main · Eine renommierte Tageszeitung berichtet aktuell, dass der Bau der weltgrößten Halbleiterfabrik in Ensdorf nahe Saarlouis doch noch scheitern könnte. Das sollen die Gründe sein.

Wolfspeed-CEO Gregg Lowe, Bundeskanzler Olaf Scholz und Ministerpräsidentin Anke Rehlinger trafen sich vergangenes Jahr in Ensdorf, um eine wegweisende Kooperation zu verkünden.

Wolfspeed-CEO Gregg Lowe, Bundeskanzler Olaf Scholz und Ministerpräsidentin Anke Rehlinger trafen sich vergangenes Jahr in Ensdorf, um eine wegweisende Kooperation zu verkünden.

Foto: Ruppenthal

Wolfspeed-CEO Gregg Lowe, Bundeskanzler Olaf Scholz und Saarlands Ministerpräsidentin Anke Rehlinger trafen sich im vergangenen Jahr in Ensdorf, um eine wegweisende Kooperation zu verkünden. Im Saarland sollte der Bau der weltgrößten Halbleiterfabrik in Ensdorf nahe Saarlouis beginnen. Zwischen zwei und drei Milliarden soll die neue hochmoderne Fabrik samt Entwicklungszentrum kosten. 1000 neue Arbeitsplätze sollen entstehen – ein Mega-Projekt für das Saarland.

Wolfspeed: „Das ganze Projekt im Saarland könnte doch noch scheitern“

Nun berichtet jedoch die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) unter dem Titel „Warten auf Wolfspeed“, dass das ganze Projekt im Saarland doch noch scheitern könnte. „Inzwischen bröckelt die Zuversicht, denn Wolfspeed will mehr Geld“, hieß es. Zusätzlich zu den staatlichen Subventionen in Höhe von 515 Millionen Euro hätte der Konzern nun Hilfen aus dem „European Chips Act“ beantragt.

Sollte Wolfspeed aus diesem Förderprogramm kein zusätzliches Geld bekommen, könnte das gesamte Projekt nach Informationen der FAZ doch noch scheitern. „Ohne Gesamtpaket kein Spatenstich“, soll es aus dem Umfeld des Unternehmens heißen. Zudem seien die Amerikaner offenbar sauer über die Bedingungen und die Bürokratie, die mit den schon zugesagten Hilfsmitteln verbunden seien. Das sei in Amerika völlig anders.

Wolfspeed-Chipfabrik kommt nach Ensdorf – Bilder von der Bekanntgabe mit Scholz & Co.
66 Bilder

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Foto: Wolfspeed

Wie der Saarländische Rundfunk (SR) am Sonntag, 31. März, berichtet, widerspricht die saarländische Landesregierung dem Bericht der FAZ. Bei der genannten zusätzlichen Förderung durch ein EU-Programm gehe es um ein zweites Projekt am Standort Ensdorf. Dafür hätten Land und Bund schon vorab ihre Unterstützung zugesagt. „Das Saarland werde einen substanziellen Beitrag dazu leisten, wenn das Unternehmen diesen Antrag bei der EU einreiche und die Genehmigung vorliege“, hieß es.

Fallender Börsenkurs machte kürzlich Schlagzeilen

Laut eines Berichts des „Handelsblatts“ vom Februar 2024 geht Wolfspeed-CEO Lowe mittlerweile davon aus, dass die eigentlichen Bauarbeiten an der Fabrik nicht vor 2025 starten. Vorher sei noch „viel zu tun“, sagte Lowe.

Der fallende Börsenkurs des Chip-Herstellers machte zudem kürzlich Schlagzeilen. Anfang 2023 lag der Aktienkurs noch bei über 86 Dollar, heute nur noch bei rund 27,50 Dollar. Im letzten Quartal seien außerdem Verluste von rund 145 Millionen Dollar angefallen.

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