Auch Stellen bei Michelin in Homburg in Gefahr Warum deutsche Reifenhersteller vermehrt in Niedriglohnländer abwandern

Hannover · Der Reifen rollt nicht mehr rund. Nicht nur im Südwesten geht es mit der Reifenproduktion bergab. Auf der Tire Technology Expo 2024, einer internationalen Fachmesse in Hannover, gaben Branchen-Experten einen Ausblick, wie sich der Reifenmarkt in Deutschland und bei Michelin in Homburg entwickeln könnte.

 Vier von zwölf deutschen Reifenwerken sollen geschlossen und damit 3300 Stellen abgebaut werden.

Vier von zwölf deutschen Reifenwerken sollen geschlossen und damit 3300 Stellen abgebaut werden.

Foto: dpa-tmn/Inga Kjer

Michelin will bis Ende 2025 seine Werke in Trier und Karlsruhe schließen, in Homburg soll die Produktion von Neureifen und Halbfertigprodukten eingestellt und das Kundenzentrum von Karlsruhe nach Polen verlagert werden. Nicht nur der größte Reifenhersteller will seine Produktion in Deutschland deutlich reduzieren. Auch die Nummer drei, Goodyear, will seine Werke im brandenburgischen Fürstenwalde und in Fulda aufgeben sowie Personal in Hanau verringern. Beim deutschen Hersteller Continental ist das Tochterunternehmen Contitech betroffen, das Schläuche fertigt. Das hessische Werk Oedelsheim wird ganz aufgegeben, weitere Stellen fallen in Südniedersachsen (Northeim, Hann. Münden), Nordhessen (Korbach) und Thüringen (Waltershausen) weg. Insgesamt sollen vier der aktuell zwölf Reifenwerke in Deutschland geschlossen und 3300 Stellen abgebaut werden. In den vergangenen Jahren wurden bereits Werke in Aachen (Conti), Hannover (Conti), Bamberg (Michelin) und ein Reifenlager in Philippsburg (Goodyear) dichtgemacht. Was sind die Gründe für diese Entwicklung?