Warum das Saar-Handwerk für René Wolf aus Bexbach genau das Richtige ist

René Wolf (25) liebt als Stuckateur besondere Herausforderungen : „Ich bringe Ideen und Kreativität mit“

René Wolf (25) aus Bexbach liebt seinen Beruf Stuckateur besonders, wenn unerwartete Herausforderungen kommen.

Man merkt es ihm sofort an: Stuckateur, das ist genau sein Ding. René Wolf (25) aus Bexbach geht voll in seinem Beruf auf. Ihn faszinieren besonders der Umgang mit verschiedensten Materialien und die Verantwortung, die man auf einer gewerblichen Baustelle oder auch bei der Renovierung eines Privathauses übertragen bekommt. „Ich freue mich, wenn ich abends sehen kann, was ich tagsüber geleistet habe“, sagt der junge Mann, den wir auf einer Baustelle bei Peugeot in Saarbrücken-Güdingen antreffen.

Gefordert sieht er sich vor allem, wenn besondere Herausforderungen auftreten. Etwa, wenn er ein Bad verputzen soll, aber der Untergrund dafür nicht hält. Dann geht er den Ursachen hierfür auf den Grund, findet fast immer eine Lösung. Schwer werde es oft, wenn der alte Putz entfernt wird und erst einmal elektrische Leitungen auftauchen. Dann müsse oft noch ein Elektriker hinzugezogen werden, der sich den exakten Verlauf der Leitungen ansieht. René Wolf liebt solche Herausforderungen.

Was er auch besonders mag, sind die Kundengespräche. Er berät gerne, wie die beste Lösung aussehen könnte. „Jeder Kunde hat andere Wünsche. Und ich bringe Ideen und Kreativität mit.“ René Wolf hat schon früh für sich entdeckt, dass das Handwerk für ihn genau das Richtige ist. „Mir ging es wie vielen: Ich habe schon als Kind gerne etwas gebastelt oder etwas zusammengebaut.“ Ursprünglich wollte er Maler werden, doch er fand damals gerade keine Lehrstelle in seinem Wunschberuf. Etwas Kreatives sollte es aber schon sein. So entdeckte er schließlich das Stuckateur-Handwerk für sich, in dem er es bis heute schon weit gebracht hat, sogar zum Landesbesten und 2017 zum Drittbesten auf Bundesebene.

Wie schafft man sowas? In erster Linie wohl mit Begeisterung und sehr viel Willenskraft. Natürlich muss auch eine Portion Selbstbewusstsein hinzukommen. Das hat René Wolf. „Ich weiß, was ich kann“, sagt er. Deshalb sei er auch in der Abschlussprüfung nach seiner zweieinhalbjährigen Ausbildung, die er um ein halbes Jahr verkürzen konnte, nicht sonderlich nervös gewesen. „Ich habe mir gesagt: Ich rocke das Ding.“ Gesagt, getan. Und er blieb dran. Als Dank für seinen Einsatz bis hin zum Bundessieger hat sich auch das Unternehmen erkenntlich gezeigt. Ein Jahr lang durfte er kostenlos einen Smart fahren, Treibstoff inklusive. Das hat der junge Mann bis heute nicht vergessen.

Wer über Geschick verfügt und Leistungswillen mitbringt, der solle sich eine Tätigkeit im Handwerk überlegen, rät René Wolf. Dies sei auch für junge Frauen interessant, zumal man heute in den meisten Handwerksberufen mit modernster Technik arbeite. Auch viele körperliche Belastungen seien deutlich reduziert worden, zum Beispiel durch die Minderung des Gewichts von Materialien, die man auf der Baustelle braucht. Im Handwerk werde gut bezahlt, die Jobs seien auch längerfristig sicher.

Wie er sich zum Durchhalten motiviert hat? „Ich habe zwischendurch schon auch für Abwechslung gesorgt. Entweder durch Computerspiele oder meine Freunde, die viel mit mir unternommen haben. Wenn man die nicht hat, geht man unter“, sagt Wolf. Und wie soll es nun weitergehen? Der Stuckateur will erst einmal bei seinem Arbeitgeber bleiben. Ob er sich später selbstständig machen will, wisse er noch nicht. Dadurch entstünden zusätzliche Pflichten wie Dokumentationen und viel Büroarbeit. „Ein Bürojob ist nichts für mich.“ So viel weiß er schon. Kaum gesagt, begibt er sich wieder an seine Arbeit. Der Verputz muss fertig werden. René Wolf ist sofort wieder ganz in seinem Element.

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