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Verkauf von Real: Verdi sieht Standorte im Saarland besonders von Schließung betroffen

Nach Verkauf von „Real“ an Finanzinvestor : Verdi fürchtet um die Existenz der fünf Real-Märkte im Saarland

Nach dem Verkauf durch die Metro-Gruppe sorgt sich die Gewerkschaft Verdi um die Zukunft der saarländischen Standorte in Saarbrücken, Saarlouis, Dudweiler, Bexbach und Homburg. Bis zu 1000 Beschäftigte könnten betroffen sein.

Die Supermarktkette Real ist nach monatelangem Tauziehen verkauft: Doch für die 34 000 Beschäftigten in den 276 Filialen und für Millionen Real-Kunden geht die Ungewissheit weiter. Es dürfte noch Monate dauern, bis sie Klarheit bekommen, ob „ihre“ Filiale weiterbetrieben, verkauft oder geschlossen wird.

Der Verdi-Gewerkschaftssekretär für den Bereich Handel, Alex Sauer, sorgt sich um die fünf Standorte von „Real“ im Saarland: „Die Diskussion um die Zukunft der „Real“-Supermärkte geht weiter. Wir müssen befürchten, dass die Standorte im Saarland besonders betroffen sind.“ Die Verunsicherung sei unter den Beschäftigten groß: „Wir fordern deshalb ein nachhaltiges Standort- und Absicherungskonzept“, sagt der Gewerkschaftssekretär.

Der Handelsriese Metro hat einen Kaufvertrag mit einem Investoren-Konsortium über den Verkauf der Supermarktkette „Real“ abgeschlossen. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von „Real“ schätzt, dass bundesweit 10 000 der insgesamt 34 000 „Real“-Arbeitsplätze in Gefahr geraten könnten.

„Bundesweit betreibt „Real“ 276 Märkte, davon fünf im Saarland – mit Standorten in Saarbrücken, Saarlouis, Dudweiler, Bexbach und Homburg. Wir haben 501 Mitarbeiter in den fünf Märkten“, erklärt Verdi-Mann Sauer. Hinzu kämen weitere 500 durch die Konzessionärs-Tätigkeiten in den Märkten. Ein Konzessionär ist der Vertragspartner eines Handelsunternehmens, der einen Teil der Gesamtverkaufsfläche, beispielsweise eines Warenhauses, anmietet und dort selbstständig sein Geschäft betreibt.

DGB-Saar-Regionsgeschäftsführerin Bettina Altesleben fordert eine „besonnene ‚Real‘-Politik“ der Investoren: „Wir müssen im Saarland um jeden Arbeitsplatz kämpfen, deswegen erklären wir uns solidarisch mit den direkt und indirekt von den anstehenden Entscheidungen betroffenen Beschäftigten. Im Vordergrund muss der Erhalt guter Arbeitsplätze sein, das bedeutet für uns die Wiederanwendung der ver.di-Tarifverträge statt eine Flucht in Dumping-Löhne.“