Verdi Saar verlangt 18 Prozent für Busfahrer der kommunalen Betriebe

Tarifforderung : Verdi fordert 18 Prozent mehr Geld für Saar-Busfahrer

Die Gewerkschaft Verdi konfrontiert die kommunalen Verkehrsbetriebe mit einen deftigen Tarifforderung. 2800 Euro Grundlohn sollen Busfahrer beim Einstieg in Unternehmen verdienen.

So steht es in einem Schreiben an den Kommunalen Arbeitgeberverband Saar (KAV). Das wäre eine Lohnerhöhung um 18 Prozent. „Das ist der Hammer“, sagt Barbara Beckmann-Roh, Geschäftsführerin des Arbeitgeberverbands. Die Forderung für die Azubis ist noch höher. Sie sollen im ersten Lehrjahr 1200 Euro bekommen. Das wären 28,4 Prozent mehr als bisher. Aus Sicht von Beckmann-Roh sind solche Forderungen weit von dem entfernt, was die Betriebe tragen können. „Eigentlich alle Unternehmen fahren defizitär“, sagt die Verbandsgeschäftsführerin. Sie frage sich, wo das Geld herkommen soll, um solche Forderungen zu bezahlen. Beckmann-Roh vertritt in den Verhandlungen die Interessen der Saarbahn in Saarbrücken, der KVS Saarlouis, der NVG Neunkirchen und der VVB Völklingen. Am Freitag verhandeln beide Seiten erstmals in dieser Tarifrunde über die Forderungen.

Verdi-Verhandlungsführer Christian Umlauf hält die Lohnhöhe für gesetzt, aber „die Laufzeit ist offen“. Darüber könne verhandelt werden, sagt er, betont aber, dass die 2800 Euro möglichst schnell erreicht werden müssten. Das sei nötig, um dem Fahrermangel entgegenzuwirken. Aktuell fehlten rund 100 Busfahrer.

Verdi sieht zwar die Probleme der Verkehrsbetriebe, die Lohnforderung zu finanzieren. Es seien knapp zehn Millionen Euro Mehrkosten. Die Gewerkschaft sieht die Lösung darin, verlangt, dass das Land oder auch der Bund 30 Millionen Euro mehr pro Jahr für den öffentlichen Nahverkehr ausgeben. Neben den rund zehn Millionen Euro für die Fahrer gibt es zehn weitere für eine Tarifreform, die das Fahren billiger macht, darüber hinaus nochmals zehn Millionen, um Busse mit alternativen Antrieben einzuführen sowie das Streckenangebot zu verbessern.

Im September soll in der Arbeitskammer ein runder Tisch beginnen, um darüber zu beraten, wie das 30-Millionen-Ziel zu erreichen ist. Dazu will Verdi umfassend einladen: Umwelt- und Verkehrsverbände, das Verkehrsministerium, Arbeitgeberverbände und Bürgermeister.

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