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Verdi: Mitarbeiter von Kaufhof in Neunkirchen erhalten Kündigung

Betriebsrat legt Widerspruch ein : Kündigung für Mitarbeiter von Karstadt-Kaufhof in Neunkirchen

Laut der Gewerkschaft Verdi werden die Beschäftigten in dieser Woche die Kündigung erhalten – oder haben sie bereits.

Die Rettung der Filiale der insolventen Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof in Neunkirchen ist offenbar gescheitert. Der Arbeitgeber habe dem Wirtschaftsministerium die finale Absage erteilt, sagt Thomas Müssig von der Gewerkschaft Verdi Rheinland-Pfalz-Saarland. Die Beschäftigten werden in dieser Woche – wenn nicht schon erfolgt – die Kündigung erhalten. Der Betriebsrat habe gegen die Kündigungen Widerspruch eingelegt. Die Beschäftigten könnten nun entscheiden, ob sie eine Kündigungsschutzklage erheben. Müssig bedauert, dass die Schließung auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werde. Von den rund 50 Mitarbeitern hätten sechs bereits gekündigt, zwölf seien krankgeschrieben. Die restlichen könnten den Betrieb kaum aufrechterhalten. Sie wollten nun eine Verkürzung der Öffnungszeiten erreichen.

Müssig zufolge hofft ein Teil der Belegschaft, in einer der beiden Filialen in Saarbrücken eine Zukunft zu haben. Ein Teil werde in die Transfergesellschaft wechseln. Er fordert, dass diese von sechs auf zwölf Monate verlängert wird. Aus dem Saarland gebe es dafür zwar Unterstützung, die Entscheidung müsse allerdings bundesweit fallen. Die Filiale in Neunkirchen soll zum 31. Oktober geschlossen werden.

 Galeria Karstadt Kaufhof war in der Corona-Krise noch tiefer in die Krise geraten. Inzwischen wurde ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet. Der Konzern hatte angekündigt, 62 seiner 172 Filialen schließen zu wollen. Unter anderem durch Verhandlungen mit Vermietern konnten einige Standorte gerettet werden. Inzwischen stehen noch etwa 50 Häuser auf der Schließungsliste.