Verarbeitende Gewerbe verliert Jobs: Industriekrise erreicht den Saar-Arbeitsmarkt

Verarbeitende Gewerbe verliert Jobs : Industriekrise erreicht den Saar-Arbeitsmarkt

Binnen eines Jahres ist die Zahl der Arbeitslosen um 7,5 Prozent gestiegen. Vor allem das Verarbeitende Gewerbe verlor Jobs – schon vor den neuesten Hiobsbotschaften.

Saarstahl, Dillinger Hütte und in dieser Woche die ehemalige Halberg Guss: Das Saarland sieht sich derzeit massiven Stellenstreichungen in der Industrie gegenüber. Aber schon jetzt hat sich die Krise im Verarbeitenden Gewerbe auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar gemacht. Zwar war die Zahl der Arbeitslosen im Saarland im aktuellen November noch mal etwas niedriger als im Oktober. Aber: Im Vergleich zum Vorjahr stieg sie – und zwar gegen den Bundestrend – deutlich an: Laut Arbeitsagentur waren an der Saar im November rund 32 300 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 2200 oder 7,5 Prozent mehr als im November 2018.

Die negative Entwicklung zeigt sich auch bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, für die die Arbeitsagentur am Freitag die aktuellesten Zahlen von September nannte. Sie ging hauptsächlich im Verarbeitenden Gewerbe (minus 2400 auf 96 100 Beschäftigte) sowie bei der Zeitarbeit (minus 1800 auf 10 300) zurück. Für mehr Beschäftigung sorgten dagegen unter anderem das Gesundheitswesen (plus 1100 auf 33 700) sowie die öffentliche Verwaltung (plus 400 auf 24 200) im Saarland.

Die Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur, Heidrun Schulz, erklärte am Freitag, zwar meldeten die Saar-Unternehmen in den letzten vier Wochen mehr Arbeitsstellen als im Oktober. „Insgesamt ist der Stellenzugang seit Jahresbeginn jedoch rückläufig. Hier macht sich die Eintrübung der Beschäftigungslage im Land deutlich bemerkbar.“

In Zahlen heißt das: Im November waren bei der Agentur im Saarland rund 8700 offene Stellen von Firmen gemeldet. Ein Jahr zuvor waren es aber noch 1000 mehr.