1. Saarland
  2. Saar-Wirtschaft

Unternehmer im Saarland wehren sich gegen Corona-Testpflicht

Kanzlerin Merkel bringt Wirtschaft gegen sich auf : Saar-Unternehmer wehren sich gegen Testpflicht

Mit ihren Aussagen zu Corona-Tests in Unternehmen in der ARD-Sendung „Anne Will“ brachte Angela Merkel die Wirtschaft gegen sich auf. Die Industrie- und Handelskammer im Saarland nennt den Vorstoß der Kanzlerin „polemisch“.

Corona-Tests in Unternehmen müssten „wahrscheinlich verpflichtend“ gemacht werden, da der „überwiegende Teil“ der Betriebe ihren Mitarbeitern ihrer Selbstverpflichtung nicht nachkommen – mit diesen Aussagen in der ARD-Sendung „Anne Will“ brachte Bundeskanzlerin Angela Merkel Arbeitgeber gegen sich auf. Auch saarländische Unternehmer kritisieren den Vorstoß der Kanzlerin scharf.

Frank Thomé, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Saar nennt den Auftritt der Regierungschefin „polemisch“. Die Testpflicht sei „Teil einer Ankündigungspolitik ohne konkrete operative Maßnahmen für die Unternehmen“. Denn: „Testen will jeder – und jeder will auch getestete Mitarbeiter“, so Thomé weiter. Problem sei die Umsetzung. Zwar würden die Unternehmen gerne regelmäßige Tests ermöglichen, doch „sie wissen nur nicht wie“. 

Ähnlich äußert sich die Vereinigung der Saarländischen Unternehmerverbände (VSU). „Die Unternehmen tun hier, was in ihren Möglichkeiten steht“, sagt Hauptgeschäftsführer Martin Schlechter. „Die Einrichtung eines Testregimes ist ein erheblicher Aufwand, wie schon die Pflicht zum Testen der 16 000 Grenzpendler gezeigt hat.“ Die Richtmarke, welche die Kanzlerin ins Spiel gebracht hat, wonach 90 Prozent aller Arbeitnehmer regelmäßig im Betrieb getestet werden müssten, sei „unrealistisch“ – auch aufgrund der damit einhergehenden Dokumentation.

Saar-Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger teilte auf Nachfrage mit, sie sei bezüglich einer bundesweiten Testpflicht „durchaus offen“. Allerdings müsse der Bund dann eine „klare Finanzierungszusage treffen“.