1. Saarland
  2. Saar-Wirtschaft

Umfrage des DIHK: Jeder zweite Autozulieferer plant Stellenabbau

Krisenbranche : Stellenabbau bei jedem zweiten Autozulieferer

Die Autozulieferindustrie in Deutschland will einer Umfrage zufolge in großem Stil Arbeitsplätze streichen. Das Saarland ist auch betroffen.

(dpa/mzt/enz) Die Autobranche in Deutschland droht noch tiefer in die Krise zu rutschen. Mehr als jeder zweite Autozulieferer plant mit einem Stellenabbau, wie aus einer Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) unter 167 Unternehmen hervorgeht. Der Grund für die Stellenkürzungen sei nicht nur, dass konjunkturbedingt Aufträge wegbrechen, sondern auch der Umstieg auf elektrische Antriebe, erklärten die Befragten. Hier seien weniger Bauteile nötig, und die Fertigung könne stärker automatisiert werden. Die schlechte Lage der Autoindustrie sei ein Warnsignal für die Konjunktur, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben.

Die Studie liefert zwar keine Daten für das Saarland, doch läuft hierzulande der Stellenabbau in der Auto- und Autozulieferindustrie schon seit einiger Zeit und wird auch in diesem Jahr fortgesetzt. So hat zum Beispiel der US-Autobauer Ford in Saarlouis im vergangenen Jahr rund 1600 Arbeitsplätze abgebaut. Bosch hatte im Homburger Dieselkomponentenwerk 2018 bereits 400 Jobs gestrichen, 2019 sind weitere 200 weggefallen, und in diesem Jahr soll der Personalabbau weitergehen. Darüber hinaus steckt der Auto-Abgasanlagenhersteller Neunkirchen in einem langfristigen Stellenabbau: 2019 und 2020 sollen insgesamt 200 Jobs wegfallen. Prominentes Gegenbeispiel ist ZF: Nach Angaben einer Sprecherin vom Montag plant der Getriebehersteller „aktuell keinen Stellenabbau im Werk Saarbrücken“. ZF hat im Saarland rund 9000 Beschäftigte.

Der DIHK-Umfrage zufolge sieht inzwischen mehr als jeder zweite Kraftfahrzeugbauer ein Geschäftsrisiko in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und die Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise als Belastung. 44 Prozent der Zulieferer wollten wegen der schwelenden Diskussion um alternative Antriebe ihre Investitionen zurückschrauben.