Übersicht über die Krankenhäuser der Saarland-Heilstätten GmbH (SHG)

Kostenpflichtiger Inhalt: SZ-Serie – Gesundheitswirtschaft im Saarland : Die Kliniken der SHG-Gruppe

Seit mehr als 70 Jahren werden Patienten in den Krankenhäusern der Saarland-Heilstätten GmbH behandelt. Der Konzern beschäftigt derzeit rund 5500 Menschen.

Wer über die viel befahrene Bundesstraße 406 zwischen den Saarbrücker Stadtteilen St. Arnual und Güdingen Richtung französische Grenze unterwegs ist, bekommt nichts mit von der Abgeschiedenheit und Ruhe, die wenige Meter weiter abseits der Route auf einem bewaldeten Bergrücken herrscht. Er ist als Sonnenberg bekannt und seit mehr 120 Jahren ein Ort der Heilung und Genesung. Ende des 19. Jahrhunderts hatte der Landkreis Saarbrücken dort eine Lungenheilanstalt errichtet, um die häufig an Staublunge (Pneumokoniose) erkrankten Bergleute zu behandeln. Heute befindet sich dort mit den Kliniken der Saarland-Heilstätten GmbH (SHG) nicht nur ein Krankenhaus-Komplex, wo sich Ärzte und Pfleger unter anderem darum kümmern, dass Menschen mit altersbedingten Krankheiten ein weitgehend selbstständiges Leben führen können (Geriatrie), und auch eine Vielzahl psychiatrischer Erkrankungen therapiert werden.

Auf dem Sonnenberg ist mit der SHG-Gruppe außerdem der größte saarländische Gesundheitskonzern zu Hause. Er beschäftigt 5500 Mitarbeiter und erwirtschaftet Erlöse von knapp 500 Millionen Euro. Neben dem Sonnenberg gehören im Saarland die SHG-Kliniken Völklingen und das Klinikum Merzig zur Gruppe sowie in Rheinland-Pfalz das Klinikum Idar-Oberstein mitsamt dem Zentrum für Altersmedizin in Baumholder. Die Krankenhäuser verfügen über 2000 Betten und Tagesklinik-Plätze. Hinzu kommen Reha-Einrichtungen, Medizinische Versorgungszentren, Ausbildungsstätten sowie Beteiligungen an Versorgungsunternehmen – beispielsweise an der Saana Textilpflege GmbH (Saanatex) in Idar-Oberstein, wo täglich 25 Tonnen Krankenhauswäsche gereinigt, gebügelt und wieder ausgeliefert werden, oder an Apolog, zuständig für die Arzneimittel-Belieferung eigener und fremder Kliniken.

 „21 Gesellschaften umfasst unser Verbund“, sagt SHG-Geschäftsführer Bernd Mege. Diesen Unternehmenstanker zwischen den Leitplanken Versorgungsauftrag, Kostendisziplin und Qualitätsanforderungen auf Kurs zu halten, „ist eine tägliche Herausforderung“.

Daneben „wollen wir angesichts einer alternden Bevölkerung weiter wachsen, aber auch bei medizinischen Innovationen vorne mit dabei sein“, erläutert Mege. Außerdem „tragen wir Verantwortung für die Gesundheitsversorgung in der Region und wollen im Grenzraum die Hürden zu Frankreich weiter abbauen, um auch von dort mehr Patienten behandeln zu können“.

Dieser regionale Auftrag kommt nicht von ungefähr. Denn mit der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Saarland, dem Regionalverband Saarbrücken, der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Saar und der Rentenversicherung Knappschaft Bahn-See kommen alle Gesellschafter der SHG aus der Region oder haben hier starke Wurzeln. Die SHG ging 1947 aus der früheren Lungenheilanstalt hervor, die zunächst noch mit 100 Männerbetten weiterbetrieben wurde. Als in den 1950er Jahren die Nachfrage nach Tuberkulose-Behandlungen zurückging, schwenkte die SHG auf Druck der damaligen Landesregierung um und errichtete in den 1960er Jahren das erste geriatrische Krankenhaus im Südwesten.

Später wurden weitere Kliniken angegliedert. 1990 übernahm die SHG das damalige Kreiskrankenhaus Völklingen – heute SHG-Kliniken Völklingen. Drei Jahre später wurde das Klinikum Merzig, das vorher ebenfalls Kreiskrankenhaus war, mit der SHG fusioniert. Ebenfalls 1993 beteiligte sich die SHG an den Städtischen Krankenanstalten Idar-Oberstein. Seit dem Zusammenschluss mit dem Krankenhaus Baumholder firmiert der Gesundheitskomplex im Hunsrück als Klinikum Idar-Oberstein GmbH. An ihm ist die SHG mit 78 Prozent beteiligt. Die übrigen Anteile halten die Ortskommunen sowie der Landkreis Birkenfeld.

Derzeit steht die SHG vor einem großen Investitionsprogramm. In Völklingen werden zwei Intensivstationen mit insgesamt 42 Betten für 29 Millionen Euro gebaut, von denen das Land 7,8 Millionen Euro zuschießt. 2021 sollen sie die ersten Patienten aufnehmen. 13 Millionen Euro – davon neun Millionen Euro aus Landeszuschuss – fließen zudem in den Neubau der SHG-Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie auf dem Saarbrücker Sonnenberg. Auch dieses Haus, das über 42 stationäre und 15 Tagesklinik-Plätze verfügen wird, soll 2021 fertig sein. „Beides sind wichtige Bausteine für die Zukunftsfähigkeit und die Weiter­entwicklung der Standorte“, ist Geschäftsführer Mege überzeugt.

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