Übernimmt die Hochschule FOM aus Essen die ASW in Neunkirchen?

Kostenpflichtiger Inhalt: Berufsakademie Saarland : Neunkircher ASW-Akademie vor Umbruch

Die Berufsakademie Saarland (ASW) in Neunkirchen ist auf der Suche nach einem neuen Partner.

Die Berufsakademie Saarland (ASW) in Neunkirchen kommt möglicherweise bald unter die Regie der in Essen ansässigen privaten Hochschule für Ökonomie und Management FOM. Oder die ASW rückt in einer engen Partnerschaft mit der Saarücker Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) zusammen. Beide Modelle stehen im Raum. Offenbar ist sich das ASW-Präsidium noch nicht einig, in welche Richtung es gehen soll. Klar scheint aber zu sein, dass etwas passieren muss, „um die ASW langfristig abzusichern“, wie es Vizepräsident Michael Karrenbauer formuliert.

Die Zahl der neuen Studenten sei über Jahre gesunken, von 170 in  2015 auf 138 in 2018, sagt Heino Klingen, ASW-Präsidiumsmitglied und Hauptgeschäftsführer der IHK Saarland. Zum aktuellen Studienjahr hätten sich 166 neue Bewerber eingeschrieben. Doch das sei „keine Garantie für eine nachhaltig positive Entwicklung“, schreibt er in der IHK-Zeitschrift Saarwirtschaft. Er erklärt die rückläufige Tendenz unter anderem mit konkurrierenden Studienangeboten in anderen Bundesländern.

Zurzeit hat die ASW knapp 500 Studenten in Wirtschaftswissenschaften, -informatik und Maschinenbau. Dabei wird die akademische mit einer betrieblichen Ausbildung kombiniert. Die Unternehmen zahlen die Studiengebühren von bis zu 500 Euro im Monat und finanzieren dadurch die ASW. Angesichts der hohen Konkurrenz um Bewerber sieht Karrenbauer wenig Spielraum, Gebühren zu erhöhen. Auch der finanzielle Druck ist offenbar ein Grund für die Partnersuche.

Karrenbauer sieht ein „großes Interesse“ der FOM, „sich im Land zu positionieren“. Zumal die Essener Einrichtung – mit 32 Standorten und 55 000 Studenten die größte private Hochschule in Deutschland – eh zum Wintersemester in Saarbrücken berufsbegleitende Studiengänge anbietet. Der ASW-Vizepräsident hält es für möglich, sich innerhalb von zwei Monaten mit der FOM über eine Übernahme der Neunkircher Akademie zu einigen. Wie eine Partnerschaft mit der HTW aussehen könnte, sei ihm dagegen unklar. Klingen favorisiert dagegen eine rein saarländische Lösung. „Wir brauchen eine ASW, die auch mit dem Herzen im Saarland ist“, schreibt er. Aus der Staatskanzlei heißt es: „Die Landesregierung ist in Gesprächen, um eine saarländische Lösung einer Kooperation mit der HTW zu prüfen“, sagte Regierungssprecher Alexander Zeyer.