Tourismus-Branche sieht wachsende Risiken.

Kostenpflichtiger Inhalt: Saar-Tourismus mit Licht und Schatten : Weniger Geschäftsreisen an die Saar

Großteil der Gastronome und Hoteliers sind aber mit ihrem Zuspruch zufrieden.

Der Tourismus im Saarland leidet unter einem Rückgang an Geschäftsreisen. Dies hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Saarland in ihrer jüngsten Tourismus-Umfrage festgestellt, an der sich 112 Unternehmen beteiligten, die zusammen etwa 2200 Beschäftigte repräsentieren.

Nicht das Saarland selbst sei uninteressant, sondern die derzeit schwache Konjunktur in der Industrie habe zu einem Rückgang von Dienstreisen in die Region geführt. Der Hauptgeschäftsführer der IHK, Heino Klingen, rät deshalb den Saar-Betrieben, die vom Tourismus profitieren dazu, ihr Angebot und ihre Dienstleistungen mit neuen Ideen möglichst auszuweiten. Wie die Umfrage weiter ergeben hat,  ist wegen des Rückgangs bei den Geschäftsreisen der Anteil der Betriebe mit Umsatz-Zuwächsen gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken. Meldeten im Sommer des Rekordjahres 2018 noch rund die Hälfte der befragten Betriebe steigende Umsätze, seien es in diesem Jahr nur noch 28 Prozent gewesen, in der Hotellerie sogar nur 17 Prozent gegenüber 30 Prozent im vergangenen Jahr. Auch für die kommenden Monate sind die Prognosen eher eingetrübt. Skeptische Stimmen kommen vor allem aus der Hotellerie. Hier rechnen 25 Prozent mit einer  weiteren Verschlechterung, nur zwei Prozent  erwarten bessere Zeiten. Das mag zum Teil auch mit der Diskussion über eine Vielzahl an weiteren geplanten Hotels in der Landeshauptstadt zu tun  haben (SZ vom 3. Dezember, Themen des Tages). Etwas besser beurteilt die Gastronomie ihre Aussichten. Hier rechnen 14 Prozent mit besseren und nur zwölf Prozent mit schlechteren Geschäften.

IHK-Hauptgeschäftsführer Klingen macht sich besondere Sorgen um die Zukunft des Weltkulturerbes Völklinger Hütte, das unter seinem ehemaligen Direktor Meinrad Maria Grewenig mit zahlreichen renommierten Ausstellungen deutschlandweit und darüber hinaus ein positives Echo im Fernsehen und auch in zahlreichen Zeitungen  gefunden habe. Dem Weltkulturerbe drohe derzeit, seine überregionale Strahlkraft zu verlieren. Klingen appelliert deshalb an die Politik, „rasch die personellen Voraussetzungen  dafür zu schaffen, dass das Weltkulturerbe Völklinger Hütte seine zentrale Funktion als Besuchermagnet des Saarlandes weiter ausfüllen kann. Hier darf es nach dem Wechsel in der Führungsspitze zu keinem Strömungsabriss kommen“, fordert Klingen.

Sieht man die Tourismusumfrage als Ganzes, ergibt sich insgesamt immer noch ein zufriedenstellendes Bild. 93 Prozent der Gastronomiebetriebe beurteilen die Geschäftsentwicklung  für 2019 mit gut oder befriedigend, nur sieben Prozent mit schlecht. 88 Prozent der Hoteliers sehen einen guten oder befriedigenden Geschäftsverlauf, nur zwölf Prozent einen schlechten. Als Risiken für weiter gute Geschäfte werden sowohl von Gastronomen als auch Hoteliers ein zunehmender Fachkräftemangel, steigende Arbeitskosten und eine wachsende Bürokratie mit vielen Dokumentationspflichten genannt.