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Tarifkonflikt mit EVG: Warnstreik bei Vlexx ohne Folgen im Saarland

Tarifkonflikt : Warnstreik bei Vlexx ohne Folgen für Zugverkehr im Saarland

Im Tarifkonflikt beim privaten Bahnbetreiber Vlexx hat die Gewerkschaft EVG in der Nacht auf Montag zu einem Warnstreik aufgerufen. Die Fahrgäste im Saarland bekamen davon jedoch wenig zu spüren.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hatte den Arbeitgeber am späten Sonntagabend über den Ausstand unterrichtet. Danach kam es nach Angaben der EVG am Hauptbahnhof in Neunkirchen zu einer Unterbrechung eines Zuges von Saarbrücken nach Türkismühle. Der Bahnbetreiber konnte das am Montag nicht bestätigen, weitere Auswirkungen auf den Zugverkehr im Saarland soll es nicht gegeben haben. Der Warnstreik endete am Montag um 10 Uhr.

Lars Kreer, der EVG-Geschäftsstellenleiter in Rheinland-Pfalz, zeigte sich zufrieden mit der Streikaktion, auch wenn sich weniger Angestellte beteiligten als von der Gewerkschaft erhofft. Im Saarland und in Rheinland-Pfalz legten laut Kreer etwa 35 Beschäftigte kurzzeitig ihre Arbeit nieder. Bei Vlexx reagierte man mit Unverständnis auf die angeblichen „Muskelspiele der EVG“.

Die Tarifverhandlungen zwischen dem Verkehrsunternehmen und der Gewerkschaft sind ins Stocken geraten, seit dem 3. Februar sind die Gespräche unterbrochen. Die EVG fordert unter anderem 7,6 Prozent mehr Geld und ein Zeitguthabenkonto für die Beschäftigten. Man wolle verhindern, dass die Mitarbeiter bei Vlexx „von der Einkommensentwicklung in der Branche abgehängt werden“, erklärte Pierre Reyer, der für die EVG die Verhandlungen führt. „Insofern müssen wir hier dringend nachsteuern.“

Dagegen sagte Vlexx-Geschäftsführer Frank Höhler, man habe in den Tarifgesprächen ein „faires und für diese wirtschaftlich schweren Zeiten gutes Angebot“ gemacht. „In Zeiten, in denen eine ganze Branche von einem Rettungsschirm der öffentlichen Hand lebt, sind die Forderungen völlig überzogen“,  kommentierte Höhler die Wünsche der Gewerkschaft. Er bezifferte die Forderungen der EVG in der Summe auf „über zehn Prozent“.

Nach Angaben der Arbeitnehmervertreter hat Vlexx eine Gehaltserhöhung um 2,6 Prozent in Aussicht gestellt, bei einer „sehr langen Laufzeit“ des Tarifvertrages. Das Unternehmen nahm für sich in Anspruch, ein „umfangreiches Paket“ angeboten zu haben, das unter anderem eine Entgelterhöhung in zwei Stufen und die schrittweise Einführung eines dreizehnten Monatsgehaltes vorsehe. Das mögliche Einkommensplus beziffert Vlexx für dieses Jahr auf 2,9 Prozent, für die vorgeschlagene Laufzeit von zwei Jahren auf rund sechs Prozent.

Vlexx betreibt in der Region unter anderem den Regional-Express der Linie 3 zwischen Saarbrücken und Frankfurt sowie mehrere Regionalbahnen im Saarland. Das in Mainz ansässige Unternehmen hat über 500 Beschäftigte. Die EVG vertritt die gegenüber dem Arbeitgeber weniger Angestellte als die Lokführergewerkschaft GDL, dafür jedoch alle Berufsgruppen, also auch die Zugbegleiter.