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Tarifkonflikt: Erste Warnstreiks der IG Metall im Saarland

Aktionen gestartet : Warnstreiks der IG Metall im ganzen Saarland

Noch bis mindestens Donnerstag ruft die Gewerkschaft Belegschaften mehrerer Saar-Betriebe zu weiteren Aktionen auf. 

Die IG Metall erhöht mit Warnstreiks den Druck auf die Arbeitgeber in der aktuellen Tarifrunde. Vor den nächsten Verhandlungen am 12. März ruft sie die Belegschaften mehrerer Betriebe an der Saar seit Dienstagnacht zu mehrstündigen Warnstreiks auf. Den Anfang machten Bosch und Bosch Rexroth in Homburg, Hager Elektro in Blieskastel sowie ZF, Saar-Metall, Brück und Schlote in Saarbrücken.

Nach Angaben des IG-Metall-Bevollmächtigten Peter Vollmar von der Geschäftsstelle Homburg-Saarpfalz folgte jeweils nahezu die komplette Schicht dem Aufruf der Gewerkschaft. Der Frust in den Belegschaften sei insbesondere wegen der von den Arbeitgebern geforderten Nullrunde groß. Vollmar verweist auf das Beispiel Hager. Das Unternehmen habe derzeit so viele Aufträge, dass die Geschäftsführung darüber reden wolle, die Produktion auch samstags und sonntags nonstop laufen zu lassen. „Hager hatte während der gesamten Corona-Krise keinen einzigen Tag Kurzarbeit. Die Leute halten den Laden am Laufen.“

Die Gewerkschaft sehe sehr wohl, dass es vielen Menschen, etwa in der Gastronomie, Hotellerie und im Handel, bedingt durch Corona schlecht gehe, sagt Vollmar. Die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie würden mit ihrem Lohn aber auch Gaststätten und den Handel beleben, wenn wieder geöffnet werden darf.

Auch Patrick Selzer von der IG Metall Saarbrücken betont: „Der Frust in den Belegschaften ist groß. Die Beschäftigten sind bereit, für ihre Interessen auf die Straße zu gehen.“ 

Die Gewerkschaft fordert in der Tarifauseinandersetzung bundesweit für die rund 3,8 Millionen Beschäftigten vier Prozent mehr Lohn oder, wenn es in einem Betrieb schlecht läuft, einen Teil-Lohnausgleich bei einer auf vier Tage abgesenkten Arbeitszeit. Außerdem geht es der IG Metall um mehr Mitbestimmung und Zukunftstarifverträge zur langfristigen Sicherung von Arbeitsplätzen. Die Arbeitgeber haben bislang Lohnerhöhungen frühestens für das Jahr 2022 in Aussicht gestellt und wollen automatische Abweichungen vom Tarifniveau für schwächere Betriebe.