Tarifgespräche gescheitert - Bald Streik im ÖPNV des Saarlands

Kostenpflichtiger Inhalt: Tarifrunde im ÖPNV : Busfahrerstreiks im Saarland stehen unmittelbar bevor

Wer im Saarland auf den Bus angewiesen ist, muss sich jetzt auf Streiks gefasst machen. Die Tarifgespräche sind erst einmal gescheitert. Eine Lösung des Konflikts ist nicht in Sicht.

Die Gewerkschaft Verdi hat die Tarifverhandlungen für die rund 1000 Beschäftigten der kommunalen Verkehrsbetriebe im Saarland für gescheitert erklärt. Jetzt „denken wir über Streikaktionen nach“, sagt Verdi-Verhandlungsführer Christian Umlauf. Voraussichtlich „werden es keine kleineren, sondern größere Streiks sein“ – länger als „nur einen Tag“. Noch diese Woche könne es losgehen. Viele Verbindungen werden dann ausfallen. Wohl noch heute werde beschlossen, wie die Gewerkschaft weiter vorgehen will, sagt Umlauf. Die Arbeitgeber hätten sich zu wenig bewegt, begründet er das Scheitern der Gespräche. „Kommt vom Kommunalen Arbeitgeberverband kein Angebot, schalten die Beschäftigten die Signale auf Stopp“, kündigt Umlauf an. Von Streiks betroffen wären Kunden der vier kommunalen saarländischen Verkehrsunternehmen: der Saarbahn in Saarbrücken, der KVS in Saarlouis, der NVG in Neunkirchen und der VVB in Völklingen.

Verdi fordert eine Anhebung der Entgelte um 427 Euro. Neu eingestellte Busfahrer bekämen dann 2800 Euro monatlich. Die Auseinandersetzung dreht sich darum, wie schnell die Löhne auf dieses Niveau steigen. Der Kommunale Arbeitgeberverband Saar (KAV) bot zuletzt eine Umsetzung derForderung innerhalb von fünf Jahren an – gerechnet ab 1. Januar 2020. Dies entspreche eine Anhebung um rund 3,6 Prozent pro Jahr, teilt der Verband mit. Verdi will sich nur auf zweieinhalb Jahre ab 1. Juni 2019 einlassen.

Auch aus Sicht des KAV liegen beide Seiten zu weit auseinander, um einen Abschluss zu erzielen, sagt Geschäftsführerin Barbara Beckmann-Roh. Die aktuelle Verdi-Forderung würde ein Entgeltplus von 7,2 Prozent pro Jahr bedeuten. „Das ist von den Unternehmen wirtschaftlich nicht zu stemmen.“ Wie die Gewerkschaft von den Arbeitgebern Entgegenkommen erwartet, so fordert Beckmann-Roh nun Verdi auf, sich zu bewegen.

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