Nach langen Verhandlungen Weiterer Streik beim Busverkehr im Saarland vom Tisch – Einigung über neuen Tarifvertrag

Saarbrücken · Nach dem Warnstreik im Saarland haben sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf einen neuen Tarifvertrag für die Beschäftigten bei kommunalen Verkehrsbetrieben geeinigt. Dieser sieht mehr Lohn, Inflationsausgleich und bessere Arbeitsbedingungen vor. Das vorläufige Ergebnis im Detail.

 Tarifeinigung bei kommunalen Verkehrsbetrieben im Saarland wie hier bei der Saarbahn, Bussparte. (Archivaufnahme)

Tarifeinigung bei kommunalen Verkehrsbetrieben im Saarland wie hier bei der Saarbahn, Bussparte. (Archivaufnahme)

Foto: Saarbahn/Iris Maria Maurer

An die 13 Stunden Sitzungsmarathon haben zum Ergebnis geführt. Damit scheint ein weiterer Streik bei den kommunalen Verkehrsbetrieben im Saarland abgewendet. Mit dem neuen Tarifwerk stehen Lohnerhöhungen, Inflationsausgleich und bessere Arbeitsbedingungen fest. Das bestätigt Christian Umlauf auf SZ-Anfrage. Er ist stellvertretender Geschäftsführer der Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) im Bezirk Saar-Trier in Saarbrücken.

Kommunale Arbeitgeber und Gewerkschaft einigen sich auf neuen Tarifvertrag

So sei es gelungen, mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) Saar ein Ergebnis zu erzielen. Zuvor hatten Beschäftigte während eines Warnstreiks unter anderem in Saarbrücken, Saarlouis, Neunkirchen und Völklingen für erhebliche Ausfälle bei Busverbindungen gesorgt.

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Beschäftigte tragen in Saarbrücken Tarifvertrag zu Grabe

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Foto: KN

Das Ergebnis sieht unter anderem einen Inflationsausgleich von 1000 Euro aus. Er gilt für die Zeit von Januar bis einschließlich Mai dieses Jahres. Zusätzlich gibt es ab 1. Juni 200 Euro mehr Geld und danach nochmals 5,5 Prozent mehr Gehalt. Mindestens sollen es 340 Euro mehr monatlich sein. Auszubildende bekommen ein Plus von 150 Euro.

So sehen die Ergebnisse für Verkehrsbetriebe im Saarland aus

Darüber hinaus soll es weitere Verbesserungen bei der Entgeltordnung geben. Diese sehen im Detail folgende Änderungen ab Juni vor:

  • zwei neue Erfahrungsstufen nach 17- und 20-jähriger Betriebszugehörigkeit
  • 70 Euro mehr je Stufe pro Monat
  • Entgeltstufe (EG) 7 zusätzlich 80 Euro
  • neue Entgeltstufen 12 bis 14
  • Altbeschäftigte und Haustarifvertrag werden beibehalten
  • bessere Eingruppierungen vor allem für die Werkstätten und Verwaltung

Weitere Verbesserungen beim Manteltarif

Auch beim Manteltarifvertrag einigten sich die Verhandlungsparteien auf neue Regelungen.

  • höhere Zulagen von zwei auf 13 Euro ab Januar 2025
  • maximaler Pausenabzug auf 45 Minuten ab April 2025
  • Jahressonderzahlung 100 Prozent ab 2025
  • Samstagszuschlag 12,5 Prozent von 6 bis 21 Uhr ab April 2025
  • Krankengeldzuschuss 120 Euro ab 2026 für maximal 26 Wochen

So wertet Verdi das Verhandlungsergebnis

Die Laufzeit beträgt 24 Monate. Damit gilt der Vertrag bis Ende 2025. Noch ist der Vertrag nicht festgeschrieben. Vorbehaltlich der Zustimmung seitens der Arbeitnehmer gilt eine Erklärungsfrist bis 5. März.

Gewerkschaftssekretär Umlauf wertet die Tarifverhandlungen als einen Erfolg für die Beschäftigten. „Attraktive Löhne und Arbeitsbedingungen geben uns die Chance, auf dem Arbeitsmarkt neue Fachkräfte zu gewinnen und die bestehenden zu halten.“ Mit dem Abschluss mache die Branche „einen großen Schritt in die richtige Richtung“. Umlauf war Verhandlungsführer auf Verdi-Seite.

(hgn)
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