Studie sieht Kostenvorteile von Elektroautos gegenüber Verbrennern.

Studie zu Elektroautos : Studie: Elektroautos sind unter dem Strich günstiger

Elektroautos fahren nach drei bis vier Jahren nicht nur ökologischer als Benziner, sie sind im Gesamtkostenvergleich auch günstiger als vergleichbare Verbrenner. Das ergab eine Studie des „Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft“, die der Saarbrücker Zeitung vorliegt.

Im Durchschnitt beträgt der Kostenvorteil demnach zwölf Prozent. Die staatliche Kaufzulage von bis zu 6000 Euro ab dem kommenden Jahr wurde eingerechnet. Sie mindert den Anschaffungspreis und damit Wertverlust von Elektro-Autos. Die entscheidenden Vorteile resultieren jedoch aus den geringeren Betriebs-, Fix- und Werkstattkosten der Stromer, so die Forscher.

Am krassesten sind die Unterschiede in der oberen Mittelklasse. Ein Tesla 3 kostet seine Besitzer der Erhebung zufolge im Monat 827 Euro. Ein vergleichbarer 3er BMW schlägt mit 1236 Euro monatlich zu Buche. Bei einer angenommenen Nutzungszeit von fünf Jahren und 15 000 Kilometern pro Jahr fährt das Elektroauto 24 540 Euro günstiger als der gleichgroße Verbrenner. Grund: Der Tesla ist in der Anschaffung mit Umweltbonus um 12 000 Euro billiger, kostet weniger KfZ-Steuer, und die Werkstattkosten sind auch klar geringer. Bei Klein- und Kleinstwagen fallen die Unterschiede in der Untersuchung nicht so stark aus. So kostet etwa der elektrische VW e-up seine Besitzer monatlich 397 Euro gegenüber 410 Euro für den VW up. Die Berliner Forscher nutzten für ihre Auswertung Angaben der ADAC-Autodatenbank sowie eigene Berechnungen. Bei allen sechs von ihnen untersuchten Modell-Paaren ergaben sich Gesamtkostenvorteile für die Elektro-Autos, selbst im Luxussegment, wo es für Stromer keinen Umweltbonus gibt. Diese Vorteile dürften bei sinkenden Herstellungskosten noch weiter zunehmen, heißt es in der Studie. Allerdings sei der finanzielle Vorteil „offenbar zu gering, um andere Hemmnisse bei der Kaufentscheidung auszugleichen“.

Verwiesen wird in diesem Zusammenhang vor allem auf geringe Reichweiten und eine bundesweit noch mangelnde Lade-Infrastruktur für diese Fahrzeuge.

Der Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer forderte deshalb deutlich mehr Engagement, um die neue Technologie durchzusetzen. „Die Batterien werden immer leistungsfähiger und langlebiger“, sagte Krischer unserer Zeitung. „Jetzt muss es darum gehen, dass vorrangig die Ladeinfrastruktur verbessert und das Abrechnungsverfahren beim Stromladen vereinheitlich wird.“ Die Menschen müssten sehen, dass das Laden eines Autos kein Problem mehr, „sondern im Gegenteil genauso einfach wie Tanken heute ist“, argumentiert der Grünen-Politiker.