Streik der Mitarbeiter von Kaufhof in Saarbrücken und Neunkirchen

Kostenpflichtiger Inhalt: Bundesweiter Streik : Kaufhof-Beschäftigte demonstrieren in Saarbrücken gegen drohende Gehaltskürzungen

Rund 100 Kaufhof-Beschäftigte haben am Donnerstagmorgen in der Saarbrücker Bahnhofstraße demonstriert und sich damit an einer bundesweiten Aktion beteiltigt.

In 68 Galeria-Kaufhof-Filialen in ganz Deutschland haben die Beschäftigten heute die Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaft Verdi hatte zum Streik aufgerufen, um ihren Forderungen bei den anstehenden Tarifverhandlungen Nachdruck zu verleihen. Auch die saarländischen Kaufhof-Niederlassungen in Saarbrücken und Neunkirchen wurden bestreikt, insgesamt 100 Mitarbeiter hätten an einer morgendlichen Kundgebung in Saarbrücken teilgenommen, berichtet Gewerkschaftssekretär Alex Sauer. „In Neunkirchen waren 90 Prozent und in Saarbrücken 85 Prozent der Frühschicht am Streik beteiligt“, sagt Sauer. Die beiden Filialen waren dennoch geöffnet, laut Sauer mit einer Skelett-Belegschaft „am Rande der gesetzlichen Mindestgrenze“.

Rund 100 Kaufhof-Mitarbeiter haben sich an einem Protestzug durch die Saarbrücker Bahnhofsstraße beteiligt. Foto: BeckerBredel

Die Gewerkschaft befürchtet starke Lohneinbußen im Zuge der Verschmelzung mit dem früheren Rivalen Karstadt. Dabei droht laut Verdi eine Absenkung der Löhne um rund elf Prozent. „Der Eingriff in die Gehälter der Kaufhof-Beschäftigten ist ein Skandal“, sagt Sauer. Für viele Betroffene seien die Pläne existenzgefährdend. „Sie könnten Mieten oder Finanzierungen nicht mehr bezahlen.“ Verdi fordert, dieses Vorhaben aufzugeben und stattdessen die Entgelte schrittweise auf das Niveau des Flächentarifvertrags anzuheben. Daneben geht es aus Sicht der Gewerkschaft um Beschäftigungs- und Standortsicherung sowie Investitionen.