Stimmung in der Wirtschaft im Saarland und im Bund leicht verbessert

Konjunktur : Trübe Stimmung in der Saar-Wirtschaft klart leicht auf

Die Stimmung in der Saarwirtschaft hat sich im November zum ersten Mal seit Monaten nicht weiter verschlechtert. Das geht aus der aktuellen Umfrage der Industrie- und Handelskammer unter 300 Unternehmen hervor.

Wie die IHK mitteilt, ist der IHK-Lage-Index, der die aktuelle Geschäftslage bewertet, um einen Punkt auf 18,8 Zähler gestiegen. Der IHK-Erwartungs-Index, der die Aussichten für das kommende Halbjahr misst, kletterte um 2,1 Punkte nach oben. Er liegt damit aber immer noch im Minus – bei minus 8,1.

Gut laufen die Geschäfte der Umfrage nach nur noch in der Medizintechnik, in der Keramikindustrie und im Stahlbau. Merklich angespannt sei die Lage dagegen im Fahrzeugbau und in der Stahlindustrie. Die kommenden Monate dürften für die Saar-Wirtschaft weiterhin schwierig bleiben. Es rechnen wohl nur sechs Prozent der Unternehmen mit besseren Geschäften.

„Die Abwärtsdynamik hat sich zwar vorläufig abgeschwächt, aber der Druck auf die Unternehmen bleibt“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Heino Klingen. Denn das für die exportorientierte Saar-Industrie so wichtige internationale Umfeld bereite weiterhin Sorgen. Zudem dämpften Unsicherheiten der automobilen Wende und über die Zukunft der Stahlindustrie die Investitionsbereitschaft der Unternehmen.

Bundesweit hat sich die Stimmung im November etwas aufgehellt. Wie das Münchner Ifo-Institut am Montag mitteilte, stieg der von ihm erhobene Geschäftsklima-Index um 0,3 Punkte auf 95,0 Zähler. „Die deutsche Konjunktur zeigt sich widerstandsfähig“, kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest den leichten Anstieg. Sowohl die Geschäftslage als auch die Aussichten für das kommende halbe Jahr wurden besser beurteilt. Für das vierte Quartal sei mit einem Wachstum der deutschen Wirtschaft um 0,2 Prozent zu rechnen, sagte Fuest. „Die kurze und heftige Talfahrt der Industrie seit dem Sommer scheint zunächst gestoppt“, sagt Uwe Burkert, Chefökonom der Landesbank Baden-Württemberg. Für eine Trendwende nach oben bedürfe es jedoch einer Beseitigung der Hauptrisiken „ungeregelter Brexit“ und „Handelsstreit“.

Mehr von Saarbrücker Zeitung