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Steigerung des Fördervolumens der Strukturbank SIKB im Saarland

Gründungslust der Saarländer beflügelt Geschäft : Viel zu tun für die Saar-Förderbank SIKB

Im vergangenen Jahr konnte die landeseigene Bank beim Fördervolumen deutlich zulegen. Das liegt auch am Gründungswillen der Saarländer.

Die landeseigene Strukturbank SIKB hat ihr Fördervolumen im vergangenen Jahr gegenüber 2018 kräftig gesteigert. An Krediten, Bürgschaften und Beteiligungen flossen 2019 insgesamt 219,3 Millionen Euro an die Unternehmen – gegenüber 155,3 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

 Einen größeren Schub hat es bei der Finanzierung von Existenzgründungen gegeben. „Die Lust, sich beruflich selbstständig zu machen, ist ungebrochen. Selbst in Corona-Zeiten werden die meisten Vorhaben durchgezogen“, sagt SIKB-Vorstandschefin Doris Woll. Die Förderbank hat bei 78 Gründungen (Vorjahr 51) Investitionen von 10,7 Millionen Euro ermöglicht (Vorjahr 3,2 Millionen Euro). „Die Geschäftsideen, die von den Gründern umgesetzt werden, sind breit gestreut“, sagt SIKB-Vorstand Achim Köhler. „Das reicht vom mobilen Hähnchengrill bis zur Eröffnung eines schicken Bistros, umfasst aber auch den Aufbau eines Handwerksbetriebs oder den Start als selbstständiger Steuerberater.“ Die SIKB-Chefs gehen davon aus, dass mit den Gründungen knapp 150 Arbeitsplätze geschaffen oder gesichert wurden (Vorjahr 40).

Bei der Förderung der Unternehmensnachfolge ist die Zahl der unterstützten Firmen im vergangenen Jahr zwar um elf auf 35 gesunken. Doch das Investitionsvolumen, in das die Förderkredite flossen, konnte kräftig auf 14,6 Millionen Euro (Vorjahr 9,8 Millionen Euro) erhöht werden. Knapp 330 Arbeitsplätze wurden mit diesem Geld gesichert oder geschaffen (Vorjahr 220).

Die Fördermaßnahmen, die von der SIKB betreut werden, fußen auf Programmen des Landes oder des Bundes, wobei fast immer die jeweilige Hausbank eingeschaltet ist. Das meiste Geld für Kredite – rund 132 Millionen Euro – gewährte die SIKB 2019 im Rahmen des Programms Gründungs- und Wachstumsfinanzierung Saarland. Hier übernimmt das Land unter anderem einen Teil der Zinsen, wenn Arbeitsplätze geschaffen oder Betriebe übernommen werden. Ein weiteres Förderinstrument ist das Startkapitalprogramm Saarland, bei dem junge Existenzgründer in den ersten drei Jahren ihrer Tätigkeit oder Freiberufler unterstützt werden. Sie müssen keine Sicherheiten stellen, und das Land übernimmt in den ersten zwei bis drei Jahren die Zinsen.

Auch die 2019 eingeleiteten Maßnahmen, die darauf abzielten, bei der Finanzierung stärker auf stille Beteiligungen zu setzen, scheint gewirkt zu haben. Nachdem es 2018 gegenüber 2017 zu einem kräftigen Einbruch gekommen war – von sieben auf drei Millionen Euro Fördervolumen –, vereinfachte die SIKB das Bewilligungsverfahren und verbesserte die Konditionen. Der Erfolg: Im vergangenen Jahr stieg das Volumen auf 4,4 Millionen Euro. Etwas nachgelassen haben die Bürgschaften – von 8,2 auf 6,7 Millionen Euro.

Hohe Nachfrage herrschte nach dem Efre-Nachrangdarlehen, das der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (Efre) vor eineinhalb Jahren aufgelegt hat und das vom Land kofinanziert wird. Im vergangenen Jahr wurden 35 Nachrangdarlehens-Verträge für 14,5 Millionen Euro beschlossen. Anfragen von 100 Firmen mit einem Volumen von 40,9 Millionen liegen der SIKB vor. „Auch bei einem Corona-bedingten Finanzierungsbedarf kann ein Efre-Nachrangdarlehen eingesetzt werden“, sagt Woll. In der Bilanz kann das Darlehen von maximal einer Million Euro zu 100 Prozent als Eigenkapital verbucht werden.

Die SIKB unterstützt zusammen mit der bundeseigenen Strukturbank KfW auch den Wohnungsbau im Saarland. Im vergangenen Jahr flossen rund 72 Millionen Euro in 700 Neubauten und in knapp 570 Modernisierungs- und energetische Sanierungsmaßnahmen. Ein Jahr zuvor fiel die Kreditnachfrage nach Wohnungsbau-Darlehen mit 83,1 Millionen Euro allerdings noch kräftiger aus.

Doris Woll, Vorstandschefin der SIKB Foto: SIKB
SIKB-Vorstand Achim Köhler Foto: SIKB

 Insgesamt verwaltet die SIKB ein Fördervolumen von 1,79 Milliarden Euro und beschäftigt 67 Mitarbeiter. Sie ist außerdem Konsortialpartner, wenn saarländische Banken „uns bei außergewöhnlichen Projekten mit im Boot haben wollen“, sagt Köhler. Rund zwölf Millionen Euro hat die Bank bisher zur Verfügung gestellt. Zu diesen Projekten zählt der Center Park am Bostalsee oder Baumwipfelpfad über der Saarschleife.