Regionaler Leitartikel Hilfe für „grünen“ Stahl gut angelegt

Saarbrücken · Saarstahl und Dillinger sind keine Bittsteller. Gebraucht wird jetzt eine verlässliche „grüne“ Industriepolitik.

 Kommentarkopf, Foto: Robby Lorenz

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Auf dem Stahlgipfel am Weltkulturerbe Völklinger Hütte war am Donnerstag Erstaunliches zu hören. Mitten im Bundestagswahlkampf kritisiert Anke Rehlinger (SPD) ihre Parteikollegin Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Respekt, Frau Rehlinger! Die saarländische Stahl­industrie und ihre vielen tausend Mitarbeiter haben es nicht verdient, dass wegen Polit-Kleinklein in Berlin für ihre Zukunft maßgebliche Projekte für den Weg zu eine CO2-armen Stahlerzeugung  zu scheitern drohen. Rehlinger erwartet mit Recht, dass die Frage der staatlichen Hilfen umfassend geklärt ist. Es kann nicht wahr sein, dass das Bundeswirtschaftsministerium 400 Millionen Euro für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft im Saarland bewilligt und das Ganze wegen eines Neins des Bundesumweltministeriums zu einer weiteren für die Wirtschaftlichkeit der Investition auch nötigen Förderung in Gefahr gerät. Hier fehlt in Berlin an manchen Stellen offenbar das Gespür für die Dimension der Aufgabe, die Stahlindustrie, die jährlich Millionen Tonnen klimaschädliches CO2 in die Luft pustet, klimaneutral zu machen.