Sparkassenverband und Bank 1 Saar kritisieren Pläne für Aktiensteuer

Kostenpflichtiger Inhalt: Kritik von Sparkassenverband und Bank 1 Saar : Saar-Banken: Aktiensteuer belastet Kleinanleger

Die von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) geplante Aktiensteuer trifft nach Auffassung der Saar-Banken und -Sparkassen genau die Falschen.

Die umstrittenen Pläne zur Finanztransaktionssteuer, mit der Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) Abgaben auf Aktiengeschäfte erheben will, stoßen auch bei den saarländischen Banken auf heftige Kritik. In ihrer geplanten Form werde die Steuer in erster Linie die kleinen Sparer treffen, sagte die Sozialdemokratin Cornelia Hoffmann-Bethscheider, Präsidentin des Sparkassenverbandes Saar, am Freitag in Saarbrücken. „Ursprünglich war sie ja dazu gedacht, Spekulationen und Hochfrequenzhandel einzudämmen, gerade das passiert jetzt aber nicht.“ Das sei besonders bedenklich, da Verbraucher wegen der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) zurzeit kaum Zinsen auf ihr Erspartes bekämen. „Die Finanztransaktionssteuer passt da nicht in die Zeit“, sagt Hoffmann-Bethscheider. „In Deutschland gibt es im Vergleich ohnehin schon keine ausgeprägte Aktienkultur. Mit einer solchen Steuer würde ein zartes Pflänzchen zertreten.“

Cornelia Hoffmann- Bethscheider, Präsidentin des Sparkassenverbands Saar. Foto: Verband

Auch Carlo Segeth, Vorstandsvorsitzender der Bank 1 Saar, sieht den Vorstoß des Finanzministers kritisch. „Das ist momentan absolut kontraproduktiv“, sagt Segeth. Die Bank 1 Saar rate ihren Kunden bei der Altersvorsorge grundsätzlich zu breit gestreuten Anlagen. „Dazu gehören natürlich auch Aktien.“

Die vom Bundesfinanzminister geplante Transaktionssteuer sieht vor, dass bei Aktienkäufen eine Steuer von 0,2 Prozent anfallen soll. Ursprünglich sollten damit Börsenwetten eingedämmt und der Finanzsektor an den Kosten von Wirtschaftskrisen beteiligt werden. Experten kommen allerdings zu dem Schluss, dass beide Ziele durch die Steuer in ihrer vorgelegten Form nicht erfüllt würden, da Derivate- und Hochfrequenzhandel ausgenommen seien.