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Sparkasse und Deutsche Bank Saarbrücken erklären kontaktloses Bezahlen

SZ-Telefonaktion : Kontaktloses Bezahlen in der Pandemie

Experten von Sparkasse und Deutscher Bank in Saarbrücken geben Tipps zum Einkauf per Karte und Smartphone.

In der Corona-Krise zahlen Menschen häufiger kontaktlos mit der Bankkarte oder dem Smartphone. Was gilt es dabei zu beachten? Dazu beantworteten die Bankexperten Jochen Wagner (Sparkasse Saarbrücken) und Kevin Fries (Deutsche Bank Saarbrücken) Fragen der Leser in der SZ-Telefonaktion:

Woher weiß ich, ob meine Zahlungskarte „kontaktlos“ kann?

FRIES Hierzulande werden die meisten Debit- beziehungsweise Kreditkarten mit der Kontaktlos-Funktion ausgegeben. Das sehen Sie an dem kleinen aufgedruckten Wellensymbol, ähnlich einem WLAN-Zeichen. Bis Ende des Jahres werden voraussichtlich mehr als 80 Millionen der insgesamt über 100 Millionen Girocards kontaktlosfähig sein.

Wo kann ich kontaktlos zahlen?

FRIES Kontaktlos bezahlen können Sie überall im Handel, wo Sie ein passendes Wellensymbol im Kassenbereich oder am Bezahlterminal sehen. Mittlerweile funktioniert das an über 88 Prozent aller Girocard-Terminals im deutschen Handel.

Welche Vorteile habe ich, wenn ich kontaktlos bezahle?

WAGNER Es geht schnell, ist unkompliziert und hygienisch. Das Einstecken der Karte in ein Lesegerät entfällt und bei kleineren Beträgen ist auch meist keine PIN-Eingabe nötig. Oftmals geht das deutlich schneller als das Stecken der Karte. Und Sie müssen in Corona-Zeiten Ihre Karte nicht aus der Hand geben.

Welche Beträge kann ich kontaktlos bezahlen?

WAGNER Die Einzeltransaktion war bis vor Kurzem auf 25 Euro begrenzt. Seit dem 15. April 2020 können Sie mit einem erhöhten Limit von 50 Euro pro Einkauf ohne PIN-Eingabe mit Ihrer Girocard kontaktlos an der Kasse bezahlen. Die deutsche Kreditwirtschaft unterstützt durch diese Erhöhung den Handel in der aktuellen Situation. Ausgewählte Händler haben zunächst im Rahmen einer Pilotierung mit den Umstellungen und in enger Abstimmung mit den jeweiligen Netzbetreibern und der Kreditwirtschaft begonnen. Inzwischen können Sie bereits bei etlichen bekannten Filialen insbesondere im Lebensmitteleinzelhandel zum erhöhten Limit kontaktlos ohne PIN und innerhalb der oben genannten Grenzen bezahlen. Flächendeckende Umstellungen werden im Anschluss folgen.

Warum muss ich manchmal doch die PIN bei Kontaktlos-Zahlung eingeben?

FRIES Dies folgt den gesetzlich vorgegebenen Schutzmaßnahmen Ihrer Kontaktlos-Zahlungen mit Debit- oder Kreditkarte. Aus Sicherheitsgründen können Sie nicht beliebig oft Bezahlvorgänge bis zu 25 beziehungsweise 50 Euro nacheinander ohne PIN tätigen. Durch individuelle Vorgaben des Kartenherausgebers ist entweder die Summe auf maximal 150 Euro oder die Anzahl auf maximal fünf begrenzt. Ist eine dieser Sicherheitsschranken da, fordern die Hintergrundsysteme einen Bezahlvorgang mit Stecken der Karte und PIN-Eingabe. Danach sollten Sie ohne Weiteres wieder kontaktlos bezahlen können.

Wer haftet bei Schäden rund um kontaktloses Bezahlen?

WAGNER Eine Zahlung ist nur rechtmäßig, wenn Sie diese aktiv und willentlich autorisieren. Halten Sie sich an die Sorgfaltspflichten im Umgang mit Karte und PIN, sind Sie durch ihr Kreditinstitut geschützt. Das bedeutet, dass Sie Ihre PIN nicht notieren oder an Dritte weitergeben, Ihre Karte sorgfältig behandeln und die PIN-Eingabe verdecken. Grundsätzlich haftet bei missbräuchlichen kontaktlosen Zahlungen das kartenausgebende Institut. Ein eventueller Schaden geht in einem solchen Fall also nicht zu Ihren Lasten, sondern die Bank oder Sparkasse kommt dafür auf.

Auf welcher Technologie basiert kontaktloses Bezahlen?

FRIES Die Karten besitzen einen sogenannten NFC-Chip. NFC steht für „Near Field Communication“ auf Deutsch: „Nah-Feld-Kommunikation“.

Ist kontaktloses Bezahlen mit der Karte sicher?

FRIES Sie können beruhigt sein. Das kontaktlose Verfahren im Girocard-System setzt auf die gleichen hohen technischen Standards, auf die Sie schon beim kontaktbehafteten Bezahlen vertrauen können. Im Vorbeigehen können Kartendaten auch nicht von Betrügern ausgelesen werden, um sie für missbräuchliche Bezahltransaktionen im Girocard-System zu nutzen. Die Daten für eine Zahlungstransaktion werden zwischen Kassengerät und Karte ganz nah, sprich mit wenigen Zentimetern Abstand, übertragen. NFC dient dazu, unbeabsichtigte Zahlungen zu verhindern. Kontaktlose Terminals können zudem nur eine Transaktion zur selben Zeit vornehmen. Auch die Lesegeräte sind sicher: Der Händler benötigt ein zugelassenes Terminal, für das er sich vorher legitimieren muss. Bei einem Verlust der Karte können zwar im schlimmsten Fall Zahlungen bis 25 Euro beziehungsweise 50 Euro getätigt werden. Der Zahlung können Sie allerdings im Nachgang widersprechen und die Lastschrift retournieren.

Wie funktioniert das kontaktlose Bezahlen mit dem Smartphone?

WAGNER Eigentlich fast genauso wie mit der Karte. Voraussetzung ist ein NFC-fähiges Smartphone und die entsprechende App Ihrer Bank oder Sparkasse. Die Zahlungskarte wird als digitale Version in die Payment-App als Zahlungsmittel hinterlegt. Beim Bezahlen halten Sie die Rückseite Ihres Smartphones an das Terminal. Beträge über dem Einzeltransaktionslimit von 25 beziehungsweise 50 Euro müssen aus Sicherheitsgründen und gemäß gesetzlichen Regelungen immer vom Kunden autorisiert werden. Das Smartphone eröffnet dabei Möglichkeiten, die über die PIN-Eingabe am Terminal hinausgehen können. Es gibt zum Beispiel biometrische Verfahren, bei denen die Freigabe durch Fingerabdruck oder Gesichtserkennung erfolgen kann. Fragen Sie Ihre Bank oder Sparkasse, welche Möglichkeiten angeboten werden und wie diese funktionieren.

Wie schütze ich mein Geld bei Verlust der Zahlungskarte?

FRIES Bei Verlust der Girocard beziehungsweise Kreditkarte, egal, ob die digitale Variante im Smartphone oder die physische Karte, müssen Sie diese umgehend beim kartenausgebenden Institut sperren. Alternativ kann die Sperrung rund um die Uhr über den zentralen Sperr-Notruf 116 116 unter Angabe Ihrer IBAN erfolgen. Auch die Sperr-App 116 116 hilft: Hier können die Daten der Zahlungskarten gespeichert und Girocards direkt aus der App gesperrt werden. Bei Verlust des Smartphones mit einer digitalen Karte müssen Sie die SIM-Karte beim Mobilfunkanbieter oder über die 116 116 sperren.

Sollte ich den Diebstahl bei der Polizei anzeigen?

FRIES Ja, Sie sollten den Diebstahl Ihrer Girocard immer auch der Polizei melden. Diese veranlasst auch die Sperrung des Lastschriftverfahrens per Unterschrift. Der Diebstahl des Smartphones sollte in Ihrem eigenen Interesse ebenfalls angezeigt werden.