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Sparkasse Neunkirchen trotz Corona 2020 mit positiver Bilanz

Trotz Corona : Erfolgreiches Jahr für die Sparkasse Neunkirchen

Das Geldinstitut in der Hüttenstadt konnte sich im Niedrigzinsumfeld behaupten.

Die Sparkasse Neunkirchen ist bislang recht gut durch die Corona-Pandemie gekommen. „Größere Kreditausfälle hat es bis dato nicht gegeben“, sagte Vorstandschef Markus Groß am Donnerstag bei der Präsentation der Bilanz 2020. Insgesamt hat die Sparkasse bei rund 1100 Krediten die Ratenzahlungen und die Tilgungen ausgesetzt.

Auch die Erträge bewegen sich auf einem stabilen Niveau. Das Jahresergebnis sank gegenüber dem Jahr 2019 von 3,1 auf drei Millionen Euro. Dahinter verbirgt sich jedoch eine weitere Verschiebung der Ertragsquellen. Das Provisionsresultat, das sich aus der Vermittlung von Wertpapieren, Bausparverträgen oder Versicherungen speist, konnte das Kreditinstitut leicht auf 15 Millionen Euro steigern. Das Zinsergebnis sank aufgrund der nach wie vor niedrigen Zinsen um 1,9 Millionen auf insgesamt 29,2 Millionen Euro. Das Eigenkapital erhöhte die Bank jedoch um 2,2 Prozent auf 191,7 Millionen Euro.

Auf der anderen Seite vertrauten die Kunden der Sparkasse Neunkirchen ungewöhnlich viel Geld an. Die Kundeneinlagen stiegen insgesamt um 6,9 Prozent auf 1,42 Milliarden Euro. Das meiste Ersparte wird allerdings auf Giro- oder Geldmarkt-Konten geparkt. Vorstand Jörg Welter rät davon ab, dies als dauerhafte Geldanlage zu nutzen, „da dadurch wegen der Inflation ein spürbarer Vermögensverlust droht“. Immer mehr Kunden scheinen dies zu erkennen. Denn auch der Wertpapier-Bestand wuchs kräftig – um neun Prozent auf 548 Millionen Euro.

Die Sparkasse konnte auch das Volumen ihrer Kundenkredite weiter ausbauen. Es erhöhte sich um 2,6 Prozent auf 1,33 Milliarden Euro. Während die Entwicklung bei den Darlehen für Unternehmen und die öffentliche Hand rückläufig waren, stiegen die Auszahlungen an Privatpersonen spürbar um 6,7 Prozent auf 725,9 Millionen Euro an. Im Neugeschäft wuchs der Baufinanzierungsbereich um 28 Prozent auf 87,2 Millionen Euro.

Auch wenn der Online-Geschäftsverkehr weiter zunimmt, will die Sparkasse Neunkirchen „die Zahl ihrer Filialen beibehalten“, sagte Groß. Derzeit betreibt das Institut 17 Zweigestellen, in denen noch Menschen arbeiten, und zwei Selbstbedienungs-Filialen. Die Bank hat zudem im vergangenen Jahr eine Direktfiliale eröffnet. Bei ihr können sich die Kunden in Geldangelegenheiten telefonisch, über Video oder Chat beraten lassen. Die Sparkasse beschäftigt 358 Frauen und Männer und bildetet 22 junge Leute aus. Die Bilanzsumme wuchs um 6,8 Prozent auf 1,81 Milliarden Euro.