Bilanz Sparkassenkunden setzen trotz Niedrigzins auf Sparen

Merzig · Die Sparkasse Merzig-Wadern hat das Geschäftsjahr 2019 trotz schwieriger gesamtwirtschaftlicher Rahmenbedingungen mit einem Überschuss von 9,5 Millionen Euro abgeschlossen und diesen damit gegenüber dem Vorjahr um 800 000 Euro gesteigert.

 Frank Jakobs, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Merzig-Wadern

Frank Jakobs, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Merzig-Wadern

Foto: Manfred Müller

Frank Jakobs, Vorstandsvorsitzender des Geldinstituts, sprach bei der Bilanzpressekonferenz am Freitag in Merzig von einem „erfolgreichen Geschäftsjahr mit zufriedenstellendem Ergebnis“. Besonders positiv haben sich nach den Worten von Jakobs die Kundeneinlagen entwickelt: Trotz anhaltender Niedrigzins­phase wuchsen diese um 7,7 Prozent (absolut: 105,9 Millionen Euro) auf 1,48 Milliarden Euro – ein neuer Höchststand für die Sparkasse, wie der Vorstandsvorsitzende betonte. Jakobs wertete dies als „Vertrauensbeweis unserer Kunden“ in die Solidität der Sparkasse. Rund 70 Prozent dieser Kundenanlagen befinden sich nach seinen Erläuterungen in sogenannten Sichteinlagen, wie etwa Tagesgeldkonten. Die anhaltend hohe Nachfrage nach Geldanlagen ist aus Sicht von Jakobs ein Indikator für eine Fehlfunktion der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Diese habe zum Ziel gehabt, Investitionen zu befeuern. „Es wird zwar kräftig investiert angesichts der Niedrigzinsen, aber es wird auch genauso kräftig gespart, um die unzureichende Verzinsung zu kompensieren.“

Auch das Kreditgeschäft hat sich gut entwickelt: Der Bestand an Kundenkrediten wuchs um 53,8 Millionen Euro (3,6 Prozent) auf jetzt rund 1,56 Milliarden – und das, obwohl es eine vergleichsweise hohe Tilgungsrate (rund 250 Millionen Euro) gab.

Wachstumsträger in diesem Bereich waren private Wohnungsbaudarlehen, die Zusagen hierfür stiegen um 5,3 Millionen Euro (4,3 Prozent) auf insgesamt rund 130 Millionen Euro, der Gesamtbestand kletterte damit auf 733 Millionen Euro. „Der private Wohnungsbau rangiert weiter auf Rekordniveau“, resümierte Frank Jakobs. Bei den Investitionskrediten legte die Sparkasse Merzig-Wadern um 105 Millionen Euro zu, der Gesamtbestand hier liegt bei 450 Millionen Euro.

Die Bilanzsumme des Kreditinstitutes hat nach den Worten von Vorstandschef Jakobs 2019 erstmals die Marke von 1,9 Milliarden Euro erreicht. Die Vorsorgereserve wuchs um rund 6,3 Millionen, das wirtschaftliche Eigenkapital liegt nach den Worten von Frank Jakobs bei rund 219 Millionen Euro. Die Sparkasse bleibt mit einem Steueraufkommen von rund vier Millionen Euro einer der größten Steuerzahler im Grünen Kreis und wird zudem an den Landkreis voraussichtlich etwa 650 000 Euro ausschütten. Daneben hat sie Vereine, Verbände, Initiativen und auch Schulen und Bildungseinrichtungen im Kreis im vergangenen Jahr mit rund 770 000 Euro an Sponsoringmitteln unterstützt.

Die Sparkasse Merzig-Wadern hat ihre Mitarbeiterzahl mit 381 weitgehend konstant halten können, sechs Auszubildende wurden im vergangenen Jahr übernommen. Zum 1. August dieses Jahres werden zwölf junge Menschen wieder eine Ausbildung bei der Sparkasse beginnen, die Auszubildendenzahl wird dann bei 36 liegen – eine Ausbildungsquote von 8,8 Prozent.

Die Merziger planen keine tiefgreifenden strukturellen Veränderungen in ihrem Filialnetz, das aktuell 24 mit Personal besetzte Geschäftsstellen im Kreisgebiet umfasst. Allerdings kündigte Vorstandschef Jakobs an, dass fünf Standorte in denen bisher bei Bedarf ein Büro für Beratungsgespräche besetzt wurde, zu reinen SB-Geschäftstellen umgewandelt werden. „Die Kunden haben von dieser Beratungsmöglichkeit vor Ort faktisch keinen Gebrauch gemacht“, sagte Jakobs.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort