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Sparda-Bank verzeichnet Run auf Bargeld und Gold - digitale Vertragsabschlüsse

Banken in der Corona-Krise : Ansturm auf Bargeld, Rekord am Goldmarkt

Während der Corona-Krise setzen viele Bürger auf Bargeld und heben am Automaten höhere Beträge ab - oder suchen in Gold eine sichere Anlageoption. Andere Kunden spürten bereits die wirtschaftlichen Folgen der Krise, sagt die Sparda-Bank. Das Unternehmen setzt nun verstärkt auf digitale Beratung und Vertragsabschlüsse.

In Krisenzeiten gibt der Besitz von Bargeld offenbar vielen Bürgern ein Gefühl der Sicherheit. Von einem „echten Coronaphänomen“ spricht daher auch die Sparda-Bank Südwest: Am Anfang der Corona-Pandemie in Deutschland sei der Andrang auf die Geldautomaten enorm gewesen: Wurden in den Wochen vor Corona durchschnittlich 5,9 Millionen Euro pro Woche an den Automaten der Bank abgehoben, seien es seit Corona durchschnittlich 6,6 Millionen Euro. „Ein solches Kundenverhalten ist in Krisenzeiten durchaus üblich. Deshalb haben wir den Turnus für die Befüllung der Automaten vorübergehend angepasst“, sagt der Vorstandsvorsitzende Manfred Stang. Eine weitere Beobachtung: Die Kunden hoben seltener Geld ab, dafür aber höhere Beträge. Inzwischen sei der „Run“ auf größere Mengen Bargeld jedoch wieder abgeklungen. „Der sicherste Platz für die Ersparnisse ist ohnehin das Bankkonto“, sagt Stang.

Der Vorstandsvorsitzende der Sparda-Bank Südwest Manfred Stang. Foto: Spara-Bank

Gefragt wie nie sei hingegen weiterhin die Nachfrage nach Gold als Anlageoption. „In Krisenzeiten kehren Anleger traditionell in den vermutlich sicheren Hafen „Gold“ ein. Einen Ansturm wie diesen habe ich so bislang noch nie erlebt“, berichtet Stang.

Nicht nur für die Menschen, auch für die Bank sei die gegenwärtige Lage eine „Ausnahmesituation“: Zum Schutz der Kunden und Mitarbeiter seien einzelne Filialen und alle Schalterbereiche geschlossen worden. Stattdessen sei eine Hotline eingerichtet worden, bei der Mitarbeiter die Fragen der Kunden beantworten. Auch das Kredit- und Anlagengeschäft laufe nun über telefonische Beratung. Wo es technisch möglich ist, könne ein Vertrag auch digital abgeschlossen werden. Viele Mitarbeiter arbeiteten nun im Homeoffice, Kurzarbeit sei für die Belegschaft „auf absehbare Zeit“ kein Thema. Viele Kunden seien jedoch davon betroffen. Das mache die Kreditvergabe nicht einfacher, weiß Stang: „Uns ist es aber wichtig, dass wir jeden einzelnen Antrag genau anschauen und prüfen. Kurzarbeit per se darf kein Ausschlusskriterium sein. Wir wollen unseren Kunden beistehen und prüfen deshalb genau, ob wir eine Finanzierung machen können oder nicht.“

Für Kunden, die aufgrund der wirtschaftlichen Folgen der Krise Schwierigkeiten mit ihrem bestehenden Kredit hätten, suche man individuelle Lösungen. Derzeit zeichne sich ein Ansturm auf Tilgungsaussetzungen noch nicht ab.

Viele Vereine seien durch die Corona-Krise ebenfalls gebeutelt, sagt Stang. Daher wolle die Sparda-Bank mit ihrer diesjährigen Online-Spendenaktion „spardahilft.de“ 150 Vereine mit jeweils 1000 Euro unterstützen. Bewerben können sich Vereine aus dem Saarland und Rheinland-Pfalz, weitere Infos stehen auf der Webseite www.spardahilft.de.