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Situation und Erwartungen der Wirtschaft im Saarland bleiben stabil

Kostenpflichtiger Inhalt: Auf niedrigem Niveau : Die Konjunktur im Saarland bleibt weitgehend stabil

Die Situation der Saar-Betriebe ist im Januar nahezu unverändert, die Erwartungen sind leicht gestiegen. Bundesweit sieht die Entwicklung ähnlich aus.

Die wirtschaftliche Entwicklung verharrt im Saarland und im gesamten Bundesgebiet auf niedrigem Niveau. Das zeigen die Zahlen der saarländischen Industrie und Handelskammer (IHK) und des Ifo Instituts für Wirtschaftsforschung in München.

Laut IHK hat sich die Lageeinschätzung der saarländischen Betriebe stabilisiert. Der Lageindikator, der die aktuelle Geschäftssituation abbildet, liegt mit 17,2 Punkten in etwa auf dem Niveau des Vormonats. Dafür blicken wieder mehr Saar-Unternehmen optimistischer in die Zukunft. Der Erwartungsindikator, der die Aussichten der Firmen für das kommende Halbjahr bewertet, hat sich zum vierten Mal in Folge leicht verbessert. Er stieg im Vergleich zum Vormont um 0,8 Punkte, liegt aber mit minus 4,6 Zählern weiterhin im negativen Bereich.

Konjunktur im Saarland Januar. Foto: SZ/Steffen, Michael

33 Prozent der 300 befragten Saar-Betriebe bewerteten ihre Geschäftslage als „gut“, etwa die Hälfte (51 Prozent) als „befriedigend“ und 16 Prozent als „schlecht“. In der Industrie habe nur die Medizintechnik gute Geschäfte gemacht, so die IHK. Befriedigend sei die Lage im Ernährungsgewerbe, in der Elektroindustrie, in der Gummi- und Kunststoffindustrie, bei den Gießereien, bei den Herstellern von Metallerzeugnissen, im Stahlbau, im Maschinenbau, in der Bauwirtschaft und in weiten Teilen des Fahrzeugbaus. In der Stahlindustrie bleibt die Lage laut IHK besonders angespannt.

Bessere Geschäfte machte das saarländische Dienstleistungsgewerbe. 94 Prozent der befragten Unternehmen bewerten ihre Lage als „gut“ oder „befriedigend“. Das sei der höchste Wert seit Juli 2019, so die IHK. Besonders die IT-Branche habe gute Ergebnisse erzielt. „Die konjunkturelle Lage ist im Saarland nach wie vor zweigeteilt“ sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Heino Klingen. „Während die Industrie es weiterhin mit der stockenden Weltkonjunktur zu tun hat, profitieren breite Teile der Dienstleistungswirtschaft von der robusten Verfassung des Arbeitsmarktes und der guten Einkommensentwicklung.“ Aber auch in der Industrie sei ein erster Aufwärtstrend zu erkennen, erklärte Klingen. „Alles in allem erwarten wir im Verlauf der kommenden Monate eine leichte Wachstumsbeschleunigung.“

Der saarländische Verband der Metall- und Elektroindustrie (ME Saar) rechnet dagegen mit einem weiteren Abschwung in der Branche. „Die Produktion ist zum Jahresbeginn immer noch im Sinkflug“, sagte ME-Saar-Hauptgeschäftsführer Martin Schlechter. „Ähnlich sieht es mit den Auftragseingängen aus, bei denen die Wende noch nicht in Sicht ist.“ Die Metall- und Elektroindustrie befinde sich im gesamten Bundesgebiet seit mehreren Quartalen im Abwärtstrend. Die Produktion sei von Januar bis Oktober um 5,2 Prozent zurückgegangen. „In diesem Industriezweig stecken wir klar in einer Rezession“, sagte Schlechter. Die weltweiten Handelskonflikte und der bevorstehende Brexit belasteten die exportorientierte Saar-Industrie besonders schwer, so der Arbeitgeberverband. Hinzu kämen der Wandel in der Autoindustrie und notwendige Millionen-Investitionen in die Digitalisierung.

In den bundesweiten Chefetagen sind die Einschätzungen laut dem Ifo-Institut nahezu unverändert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Vergleich zum Vormonat um 0,4 Punkte auf 95,9 Zähler gesunken. Der Lageindex stieg von 98,9 auf 99,1 Punkte, der Erwartungsindex sank von 93,9 auf 92,9 Zähler. Laut Ifo seien vor allem im verarbeitenden Gewerbe Anzeichen für eine Erholung zu erkennen. Auch im Handel habe sich das Geschäftsklima verbessert. Im Dienstleistungs- und im Baugewerbe seien die Erwartungen hingegen gesunken, so das Ifo-Institut. Im Bausektor sei die Lageeinschätzung auf den tiefsten Stand seit Juni 2018 gefallen.