Saarstahl meldet Kurzarbeit an

Konjunktur trübt sich ein : Dunkle Wolken über der Saar-Wirtschaft

In der Saar-Wirtschaft häufen sich die schlechten Nachrichten. Auch in diesem Jahr droht ein Rückgang der Wirtschaftsleistung.

Die exportorientierte Saar-Wirtschaft steuert auf einen Abschwung zu. Die schlechten Nachrichten häufen sich. Saarstahl kündigte am Freitag Kurzarbeit an. Vom 1. September an will das Völklinger Unternehmen seine Mitarbeiter wochen- oder tageweise in Kurzarbeit schicken. Zunächst sei sie bis Ende des Jahres geplant, teilte das Unternehmen mit. Saarstahl begründete den Schritt mit der Schwäche der Autoindustrie, die etwa zwei Drittel der Produktion abnimmt. Das Unternehmen wollte sich nicht dazu äußern, ob auch ein Stellenabbau geplant ist. Den hatte vor wenigen Tagen bereits Bosch für sein Homburger Dieselkomponenten-Werk angekündigt. Darüber hinaus hatte der Autozulieferer ZF, der im Saarland Getriebe fertigt, seine Umsatz- und Gewinnerwartungen gesenkt.

Die Industrie- und Handelskammer des Saarlandes (IHK) hat angesichts der Schwäche der fürs Saarland wichtigen Auto- und Autozulieferindustrie ihre Wachstumsprognose vom Jahresanfang längst kassiert. Zu Beginn des Jahres hatte die Kammer noch ein Wachstum von 0,5 bis 1,0 Prozent für möglich gehalten. Jetzt sagt Hauptgeschäftsführer Heino Klingen: „Es wird schwer, die wirtschaftliche Leistung von 2018 auch in diesem Jahr zu erreichen.“ Er hält es also offenbar für wahrscheinlich, dass die Saar-Wirtschaft wieder schrumpft. 2018 war die Wirtschaftsleistung schon um 0,8 Prozent zurückgegangen.

Auch die schlechten Exportzahlen für Deutschland im Juni sprechen dafür, dass sich die Konjunktur im Saarland weiter eintrübt. Im Juni brach die Ausfuhr von Waren „Made in Germany“ gegenüber dem Vorjahresmonat um 8,0 Prozent ein.

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