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Saarland: Unternehmen blicken laut IHK so pessimistisch in die Zukunft wie nie

Historisches Tief für Unternehmen : Konjunktur-Umfrage der IHK: Saarländische Betriebe so pessimistisch wie nie zuvor

Die Konjunktur-Barometer im Saarland fallen aktuell drastisch. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Industrie- und Handelskammer im Saarland. Was deren Hauptgeschäftsführer jetzt von der Politik fordert.

Steigende Preise und die Energiekrise sorgen dafür, dass die saarländischen Betriebe so pessimistisch wie nie zuvor in die Zukunft blicken. Das zeigt die aktuelle Konjunktur-Umfrage der Industrie- und Handelskammer im Saarland unter rund 300 Unternehmen. Der IHK-Erwartungsindikator, der die Aussichten der Firmen für das kommende Halbjahr bewertet, stürzte um 9,7 Punkte auf minus 24,6 Zähler ab und liegt damit sogar um 6,9 Punkte unter seinem coronabedingten Tiefstwert vom April 2020. Auch ihre aktuelle Lage bewerten die Unternehmen im Saarland so schlecht wie lange nicht. So sackte der IHK-Lageindikator, der die aktuelle Geschäftssituation abbildet, um 6,8 Punkte gegenüber dem Vormonat auf 23,4 Zähler ab. Verantwortlich dafür seien vor allem Einbrüche in weiten Teilen der Industrie sowie im Handel, der zunehmend unter dem Kaufkraftverlust der privaten Haushalte leide.

„Die signifikanten Einbrüche der IHK-Konjunkturindikatoren zeigen, wie ernst die Lage ist“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Frank Thomé. Insbesondere die extremen Preissprünge bei Energie träfen die Saarwirtschaft in ihrer gesamten Breite und bedrohten den Bestand vieler Unternehmen. Konkret fordert der Hauptgeschäftsführer deshalb einen Energiepreisdeckel, Steuersenkungen bei Strom und Gas sowie die Erhöhung des Stromangebots. Alles, was preiswert, schnell und verlässlich Strom erzeuge und damit zur Versorgungssicherheit beitrage, müsse ans Netz. „Dazu zählt sowohl der Weiterbetrieb von Kohle- und Ölkraftwerken als auch von Atomkraftwerken“, sagt Thomé.

Ifo-Umfrage: Geschäfte laufen „klar schlechter“

„Man weiß zurzeit einfach nicht, was kommt“, sagt Michael Genth, Vorsitzender des Vereins für Handel und Gewerbe in Saarbrücken. „Im Moment kann keiner von uns vorhersagen, was Januar, Februar, März bringen. Die Bestellungen für die Zeit sind aber schon abgeschlossen.“ Mit Blick auf das Weihnachtsgeschäft sagt Genth allerdings: „Eigentlich kann es nur besser werden als das letzte Jahr“, das von Corona und die damit einhergehenden Beschränkungen für den stationären Handel geprägt war.

Die Entwicklung im Saarland verläuft parallel zu der im Bund. So fiel das Ifo-Geschäftsklima, Deutschlands wichtigster Konjunkturindikator, im September zum Vormonat um 4,3 Punkte auf 84,3 Zähler, wie das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut am Montag mitteilte. Das ist der niedrigste Stand seit Mai 2020 zu Beginn der Corona-Pandemie. Neben den laufenden Geschäften, die Unternehmen der Umfrage zufolge „klar schlechter“ bewerteten, hat auch im Bund der Pessimismus mit Blick auf die kommenden Monate deutlich zugenommen. Im Einzelhandel fielen die Erwarten laut Ifo sogar auf ein historisches Tief.