Treffen mit der Bundesregierung Grünes Licht für grünen Stahl? Stahl-Holding-Saar nach Gesprächen in Berlin zuversichtlich

Dillingen · Die geplante Umstellung auf grünen Stahl im Saarland soll noch dieses Jahr grünes Licht vom Bund bekommen – zumindest hofft das die Stahl-Holding-Saar (SHS). Aktuelle Gespräche in Berlin geben weiter Anlass zur Hoffnung.

Saarland: Stahl-Holding-Saar nach Gesprächen in Berlin zuversichtlich​
Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

Bei der geplanten Umstellung auf die Produktion von „grünem“ Stahl hat sich die Stahl-Holding-Saar (SHS) zuversichtlich gezeigt, bis Ende des Jahres grünes Licht aus Berlin zu bekommen. „Es ist das gemeinsame Ziel, das Projekt im besten Fall noch in diesem Jahr zu einem Ende zu bringen“, teilte das Unternehmen am Freitag in Dillingen nach Gesprächen am Vorabend in Berlin mit.

Saarland: Auch Wirtschaftsminister Barke bei Treffen in Berlin dabei

„Das Bundeswirtschaftsministerium ist gemeinsam mit der saarländischen Landesregierung und uns inhaltlich auf einer Linie“, hieß es vonseiten des Unternehmens. „Nächster kurzfristiger Schritt soll nun die Notifizierung durch die EU-Kommission sein. Dann kann der Förderbescheid erstellt werden.“

Alle Beteiligten seien sich einig, an der Förderung der Transformation der saarländischen Stahlindustrie hin zur Produktion von CO2-reduziertem Stahl festzuhalten und das Projekt gemeinsam erfolgreich zu gestalten, teilte die Stahl-Holding-Saar mit. An dem Treffen in Berlin hatte auch der saarländische Wirtschaftsminister Jürgen Barke (SPD) teilgenommen.

SHS ist der drittgrößte Stahlhersteller Deutschlands

Ende 2022 hatte die Stahlindustrie einen 3,5 Milliarden Euro schweren Plan vorgelegt, um auf eine Stahlproduktion mit Wasserstoff statt Kohle und Koks umzusteigen. Ab 2027 sollen demnach im Saarland jährlich bis zu 3,5 Millionen Tonnen CO2-armer Stahl produziert und 4,9 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden - vorbehaltlich der Förderzusagen von rund 60 Prozent der Investitionskosten. Seit Monaten wartet die Stahlindustrie auf den Förderbescheid. Angesichts der Haushaltskrise der Bundesregierung herrscht Unsicherheit.

Die SHS ist eine operative Managementholding mit rund 14 000 Mitarbeitern und rund sieben Milliarden Euro Umsatz (2022). Als drittgrößter Stahlhersteller Deutschlands produzieren die Unternehmen Saarstahl und Dillinger rund fünf Millionen Tonnen Stahl im Jahr.

(dpa)
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