Saarland-Grüne wollen Industriegebiete besser nutzen, statt neue zu bauen

Statt neue Flächen auszuweisen : Saar-Grüne wollen bestehende Industriegebiete besser nutzen

Durch eine effizientere Bewirtschaftung könnten neue Betriebe auf bereits ausgewiesenen Flächen angesiedelt werden. Das diene auch dem Naturschutz.

Die Saar-Grünen sind für eine modene Industrie an der Saar inklusive einer guten Infrastruktur und Neuansiedlungen, setzen sich jedoch für ein geändertes Flächenmanagement ein. Statt neue Flächen auszuweisen und Gebiete wie den Lisdorfer Berg unter Eingriffen in die Natur noch zu erweitern, müsse die Landesregierung erst einmal alle bereits zur Verfügung stehenden Flächen konsequent für Ansiedlungs-Projekte nutzen, fordert der Grünen-Landesvorsitzende Markus Tressel.

Die Grünen haben dazu unter dem Titel „Flächenpolitik im Saarland zeitgemäß denken“ ein Positionspapier vorgelegt, das zugleich wirtschaftliche Interessen als auch die des Klimaschutzes berücksichtigen soll. Tressel ist sicher, dass es mit dem guten Willen aller Beteiligten gelingt, für künftige Neuansiedlungen keine weiteren Flächen mehr ausweisen zu müssen.  Dadurch könne die Natur geschont werden.

Im Positionspapier zählen die Grünen auf, dass im Saarland gegenwärtig 960 Hektar Fläche für neue Betriebe zur Verfügung stehen, was 15 Prozent der gesamten verfügbaren Fläche von 64,2 Quadratkilometern Gewerbe- und Industriefläche im Saarland entspricht. Kurzfristig stünden innerhalb von drei Monaten 250 Flächen mit 271 Hektar zu Verfügung, mittelfristig innerhalb von vier bis zwölf Monaten 71 Flächen mit 215,5 Hektar sowie längerfristig 111 Flächen mit 472,7 Hektar. 43 Flächen böten eine zusammenhängende Fläche von über einem Hektar, acht Flächen davon über vier Hektar. Hinzurechnen müsse man noch Flächen der RAG-Montan-Immobilien. Die Grünen fordern ein Brachflächenkataster, aus dem interessierte Unternehmer alle ungenutzten Gewerbe- und Industrieflächen entnehmen können.

Als größeren Standort für eine Neuansiedlung setzen die Grünen auf das Kraftwerk Ensdorf mit 53 Hektar, das über Anschlüsse an die Straße die Bahn und die Saar verfüge. Eine Vermarktung dieses Standortes sei besser als eine Erweiterung des Industriegebietes Lisdorfer Berg mit zusätzlichen Eingriffen in die Natur, betonen Tressel und der Saarlouiser Grünen-Vorsitzende Hubert Ulrich. Nach ihren Vorstellungen soll das Land der VSE die Fläche in Ensdorf abkaufen und zu marktgerechten Preisen veräußern.

Mit Blick auf die Zukunft fordern die Grünen, dass Nachbarkommunen Gewerbeflächen gemeinsam entwickeln, statt eigene auszuweisen, und so einen Wettlauf um Gewerbesteuern zu starten.

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