Saarland bekommt vom Bund Förderung für Wasserstoff-Modellregion

Kostenpflichtiger Inhalt: Konzepte haben überzeugt : Bund fördert saarländische Wasserstoffprojekte

Das Saarland und 23 ausgewählte ortsansässige Unternehmen erhalten Fördermittel für den Aufbau eines Wasserstoff-Programms. Das hat eine Jury des Bundesverkehrsministeriums in Berlin entschieden.

Das Saarland hatte sich um 200 000 Euro „für externe Unterstützung bei der Ausarbeitung der Pläne“ und 30 000 Euro für „Sachkosten“ beworben, wie das saarländische Wirtschaftsministerium mitteilt. Nun werden einer Sprecherin zufolge sogar 300 000 Euro ausgeschüttet.

Das zuständige Konsortium werde nun weiter an den Plänen zur Nutzung von Wasserstoff im Industrie- und Mobilitätsbereich feilen, sagte Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD). „Gleich zu Beginn des neuen Jahres werden wir an Konkretisierungen arbeiten und noch im ersten Quartal mit den Partnern im Saarland zusammenkommen“, so Rehlinger. Wasserstoff sei ein wichtiger Baustein für die Energiegewinnung der Zukunft. „Wir wollen uns einen nationalen Technologievorsprung erarbeiten.“

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) erklärte, das Saarland als Autoland sei vom Wandel der Automobil- und -zulieferindustrie besonders betroffen. „Wir wollen das Auto der Zukunft bei uns im Saarland bauen – dabei wird auch Wasserstoff eine entscheidende Rolle spielen.“ Er habe deshalb auch bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dafür geworben, dass das Saarland Modellregion für die Wasserstofftechnologie und speziell einer Stahlproduktion mit Wasserstoff werden könnte.

Das Saarland bemüht sich auch auf anderen Wegen um Fördermittel für den Aufbau einer Wasserstoff-Modellregion. Das Wirtschaftsministerium will dazu klären, ob Wasserstoffprojekte auch mit Mitteln aus dem Strukturstärkungsgesetz, mit dem der Bund ehemaligen Kohleregionen unter die Arme greift, gefördert werden können. Das Saarland habe dem Bundeswirtschaftsministerium mehrere Projektvorschläge gemacht, „von denen man sich wirtschaftliche Impulse erhofft, um wegfallende Wertschöpfung nach dem Ausstieg aus der Kohleverstromung zu kompensieren“. Auf diesem Weg seien Investitionszuschüsse des Bundes in Höhe von bis zu 45 Millionen Euro möglich.

Projekt am ehemaligen Kraftwerk Fenne geplant

Am Standort des Kohlekraftwerkes im Völklinger Stadtteil Fenne soll künftig Wasserstoff im industriellen Maßstab hergestellt werden. Das „Hydrohub-Fenne“ getaufte Projekt setzte sich im deutschlandweiten Wettbewerb „Reallabore der Energiewende“ durch. Das Bundesministerium für Wirtschaft hat das „Hydrohub“ unter 90 Einsendungen ausgewählt und als förderfähig eingestuft. Insgesamt seien 20 solcher Einrichtungen in ganz Deutschland geplant, sagt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).

Laut Kraftwerksbetreiber Steag soll in Fenne ein zweistelliger Millionenbetrag investiert werden, von dem 45 bis 50 Prozent aus Bundesmitteln stammen sollen. Mit von der Partie sind neben Steag die Siemens AG, das an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes gegründete Institut für Zukunftsenergie- und Stoffstromsysteme (IZES) und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI). Der Bau der Anlage soll im kommenden Jahr beginnen. Wie viele Arbeitsplätze vor Ort geschaffen würden, könne derzeit noch nicht abgeschätzt werden, sagt Steag-Pressesprecher Florian Adamek. „Es wird sich aber mit Sicherheit positiv auf den Standort auswirken.“